Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1884)
- Date
- 1884-04-01
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottes in dem Herzen Israels, das auch in den finsteren Leidensnächten nicht erlöschen kann und stets unsere großen und herrlichen Zukunftsziele uns vor Augen stellt. Der König David, wird uns erzählt, hatte eine Harfe über, seinem Haupte hängen. Wenn des Nachts der Windeshanch einherwehte und über die Saiten dieser Harfe hinstrich, da wurde ein süßes Klingen und Rauschen in ihnen vernehmbar und der König erhob sich, um Lobgesänge dem Herrn anzustimmen, der ans dem Dunkel das Licht hervorruft und die Lieder seines Herzens tönten in die finstere Nacht hinaus und verklangen nicht eher als bis der schlummernde Morgen erwacht war. Eine solche Davidsharfe begleitete auch Israel in die Zeiten hinaus. Wenn in den Nächten seines Elendes die wilden Stiirme über seinem Haupte dahinbrausten, da hat auch die stumme Harfe der Hoffnung wieder ihre Klänge vernehmen lassen und die Herzen sind wach' geworden und Israel hat sich erhoben, um auch in der mitternächtlichen Finsternis dankend den Namen des Herrn zu preisen, der mit dem Stabe des Lichtes die Finsternis bannt und die Sonne der Freiheit und der Erlösung zu hellem Glanze erhebt. Ja unsere Hoffninig ist mir daun eine feste und sichere, wenn sie aus dem Quell der lebendigen Gottesbewnßtseins sich in unserer Seele ergießt und mit einem ernsten, edlen, auf die höchsten Ziele menschlicher Vollkommenheit gerichteten Strebens verbunden ist. Wenn tvir aber, anstatt an diesen Zielen festznhalten, unser geistiges Lebenmark verwesen, die Schätze der Weisheit, und Gottcserkenntnis, deren Bewährung unser Beruf ist, verrosten und hinschwindeu lassen, nun dann haben wir für die Zukunft in der Thal keine andere Hoffnung als die des Grabes und der Finsternis. Lassen wir das Licht unserer erhabenen Hoffnung uns in das Herz hineinstrahlen, an diesem Lichte auch das Feuer edler Begeisterung für das Göttliche, für jedes menschlich edle, sittlich hohe Streben in unserer Seele sich entzünden! „Haus Jakobs kommt, laßt uns wandeln im Lichte Gottes," im Lichte der Weisheit und des Glaubens, im Lichte der Wahrheit und der Treue, im Lichte der Gottesfurcht und Gerechtigkeit! und koinmen tvird die Zeit, in der dieses Licht über unserem Haupte in unverlöschlichem Glanze erstrahlen, über alle Gefilde der Erde sich ergießen und die im Geiste Gottes verbrüderten Völker sprechen werden, „kommt laßt uns hinanfziehen znm Berge des Herrn, zum Hause des Gottes Jokobs daß er uns lehre seine Wege und wir wandeln in seinem Pfade!" An dem Freiheitsbaume, der einst am heutigen Tage ans dem uralten Boden Israels hingepflanzt tvurde, tvird als die herrlichste unverwelkliche Segensfrncht erreifen das Heil und der Friede, die Eintracht und Erlösung der gesammten Menschheit. Aus der Vergangenheit für die Gegenwart. Freiheit und Knechtschaft. Ein Lämmchen, ein Lämmchen! Der Vater läuft' es gern — Für zwei Drachmen von seinem Herrn. — Die Katze kam mit Gier — Und fraß das arme Tier — Drauf faßte sie der Hund — Und biß sie töttich wund. -- Da kam ein Stock behende — Und macht dem Hund ein Ende. - Auch er den Meister fand, — Den Stock erfaßt der Brand. — Das Wasser kam heran, — Löscht das Feuer sodann. —