Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1884)
- Date
- 1884-03-01
- Page
- Seite 64 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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64 lassen und seinen Thron zur Erde geschleudert'), verkürzt seiner Jugend Tage, mit Schande ihn bedeckt. Sela!" lPs. 89.) Und ein anderer Sauger, getrieben vom gleichen Schmerze um das so tief gesunkene Hans David's, wendet sich zu Gott mit der Bitte: „Gedenke o Jahve, David's Mühen all, die er litt, ba er schwur dem Herrn, gelobte dem Starken Jakobs: nicht will ich ineines Hauses Zelt betreten, nicht meinen Augen gönnen Schlaf, bis ich einen Ort finde für den Herrn. Um deines Dieners Davids willen weise nicht zurück das Antlitz deines Gesalbten." (Ps. 182.) Gesunken war das Ansehen Zernbabels. Der Chronist, aus dessen Hand wir den im theokratischen Geiste abgefaßten Bericht über diese Epoche besitzen, läßt uns vollständig über dessen ferneres Schicksal im Dunkeln. Die spätere Zeit wand einen wirren Sagenkreis um seine Person; die Tradition, durch das Schweigen der Quellen über ihn veranlaßt, nahm an, er sei nach Babel zurückgekehrt und dort gestorben (vgl. Lecker olam sutta eck. Amsterdam S. 21a und Lecker backeretli eck Karlsruhe 80b.) Nicht minder unbedeutend erscheint Josua, der Hohepriester. Nur die Schwäche seines großen Stammvaters Ahron, die Nachgibigkeit und schwächliche Friedensliebe besaß er, nicht aber auch dessen innere Hoheit, den unangefochtenen Adel der Seele, der selbst verbunden mit Schwäche imponirt. Josua glich eher Eli, dessen geistige Ohnmacht sich am deutlichsten in seinen ungeratenen Söhnen zeigte. Die Zeit war recht geeignet, egoistischen und despotischen Naturen durch habgierige Ausbeutung des Amtes zur Ueberlegenheit zu verhelfen, zumal wo durch die Stellung von vorne herein eine gewisse Uebermacht in die Hand gelegt war. lForts. folgt.) Wronik der Tagesereignisse im Judentums auf sozialem und literarischem He viele. Wir freuen uns, daß die in letzter Nummer begonnene „Chronik", die wir auf Wunsch unserer Leser eröffneten und regelmäßig weiter fortführeu werden, dem Bedürfnisse derselben entsprochen hat und danken für die uns zu diesem Zwecke zugegangenen Notizen, die wir alle, soweit sie in den Rahmen des Ganzen hiueinpassen, nach Möglichkeit verwerten werde». In Groß-Kanizsa starb am 26. Dezember Herr H B. Fasset, woselbst er seit dem Jahre 185i in Nachfolge Leopold Löw's als Oberrabbiner wirkte. Er wurde zu Boskowitz in Mähren 1801 geboren. Seine Hauptwerke behandeln das jüdische Recht in seinen Beziehungen zu den Gesetzen der Jetztzeit. Nebstdem sind von ihm Reden, Religionsbücher und viele in Zeitschriften zerstreute Gutachten und Aufsätze erschienen. Am 30 Dezember wurden seine irdischen Neste in Ehren zur Erde bestattet. An seinem Sarge sprachen dessen Amtsnachfolger 9 Wir lesen mit unserem verehrten Lehrer, Herrn t>r. Levh, gegenwärtig Seminarrabbiner in Breslau, B. 45 nach Versetzung des Resch: hischbartu mattehu, da die bestehende Lesart nur schwer einen Sinn gibt, unsere hingegen auch dem zweiten Halbverse besser entspricht.