Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1884)
- Date
- 1884-03-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 62 — adern, welche seine Geschichte und Gesetze durchziehen, die ethischen Ideen des Guten und Erhabenen sind, sei der meinen bescheidenen Geistesanlagen entsprechende Versuch dieser literarischen Arbeit, die ich dein nachsichtigen Urteile der geehrten Leser in dein Bewußtsein empfehle, daß ich durch sie, ivenn möglich, zni» Verständnisse und zur Verherrlichung des so oft verkannten Jlldeiltlims etwas beitragen mochte, ivas besonders in unseren Tagen der antisemitischen Seuche heiligste Pflicht eines jeden Juden ist. Das babylonische EM und das Jahrhundert nach demselben mit besonderer Berücksichtigung auf die religiöse Entwicklung des Judentums. Bon l>r. Adolf Rosenzweig, Rabbiner in Teplitz. (Fortsetzung) Im östlichen Teile des Vorhofes befand sich „der Frauenvorhof", durch eine Mauer von dem inneren Vorhof getrennt. Hier war Laien bis zu einer gewissen Entfernung der Eintritt gestattet, der andere Raum aber war ausschließlich für die Priester bestimmt. Daselbst stand nördlich der große Altar, südlich das große Waschbecken, für das später ein Mechanismus, der das Wasser zur Höhe trieb, eingerichtet wurde. (Joma 3, 10). Etwa 6 Ellen höher als der Priestervorhof lag der Tempel selbst, zu dem man durch eine Vorhalle gelaugte (Midd. 3, 6). Der vordere Raum des Tempels bildete das Heiligtum, das von dem hinteren, kleineren Raume, dem Allerheiligsten, durch 2 Vorhänge geschieden war. In der Mitte des Heiligtumes stand der goldene Rauchaltar (1 Macc. 1, 21; 4, 49); neben diesem gen Norden der goldene Tisch für die Schaubrode (1 Macc. 1, 21; 4, 49; Jos. bell. 7, 55), und südlich der goldene Leuchter (1 Macc. 1, 21; 4, 49; 50; vgl. m. Exod. 25, 31; 37, 17, 39, 37; Rum. 5, 5; 7, 5, 5, ebenso auch auf dem Triumpfbogen des Titus). Hingegen fehlten im 2. Tempel nach Angabe der Tradition die heil. Lade, statt welcher sich daselbst ein Stein namens Sattija befand, der Deckel, die Cherubim, das heil. Feuer, der heil. Geist, wie auch zur Zeit seines Bestandes der Wurm Schämig Könige ans dem Hause Davids, Zufluchtsstädte und die Urim und Tumim nicht da waren-') l) Vgl. Jer. Schek. 6, 19c; Tosifta Schekalim 2; Sota 48a und b; Jer. Sota 9, 13; Tosifta Sota 13; Schabuoth 16 a; Joma 21b, s. auch Tosaf. z. Stell; 52b; 53b; Tosifta Joma 2; Jer. Tan. 2, 1; Ketub. 24b, s. Raschi das., Sanh. 11b; Sebach. 24b, f. Tosaf. z. St. Midr. Obasita. om ani choma, Tanchuma Behalotecha; Num. r. 6 Ende; Josippon 3. A. Kimchi, Anf. Zefanja; Abarbanel zu Haggai. Nach Tosafot zu Joma 21 b waren die Urim und Tumim im 2. Tempel wol vorhanden, nur erteilten sie keine Aussprüche mehr. *Auch Josephus berichtet, daß sie seit der Hasmonäerzeit ihren Glanz verloren hätten; s. auch Saadja ed, Mathews Oxford 1882 zu Esra 2, 63. Jedenfalls fehlte später auch die Kenntnis von ihrer Beschaffenheit, daher die verschiednen Angaben bei Philo (de vita Mos. II. 152 ed. Mangey) und Jos. (antiqu. 3, 9, vgl. auch Augustin quaest. sup. Ex. 2, 116.) Unbekannt ist es auch, wo im 2 Temvel das Gesetzbuch verwahrt wurde, von dem Jos. bell. 7, 55 erzählt, daß es von Titus bei seinem Einzug in Rom zur Schau getragen wurde, wenn die Bundeslade gefehlt haben sollte.