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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-02-01 · Heft 2 (1.2.1884) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 2 (1.2.1884)
Date
1884-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 deutschen Gelehrten dieser Stadt, Dr. Schlesinger, 35 Jahre Professor an der Ecole de Alines. Schlesinger stammte aus Mainz. Der „Temps" schreibt von ihm in einem Nachrufe: „Er war ein gründlicher Forscher, seine Untersuchungen iiber phönikische und karthagenische Inschriften, sowie seine Studien in vergleichender Sprachwissenschaft waren höchst dankenswert." — Am 27. November starb zu Wilna der Schriftsteller Mordechai Plungian. Er war früher Lehrer an der Rabbinerschule zu Wilna und mußte nach Auflösung dieser Schule als Setzer und Korrektor in der Rom'schen Buchdruckern seinen Lebensunterhalt finden. Außer seines Wissens, war er seines biederen Charakters wegen als Mensch hochachtbar. P. war vielfach als Schriftsteller thätig und befinden sich in seinem Nachlasse eine Arbeit über vierbuchstabige hebräische Wurzeln, Erklärungen zürn „En Jakob", ein Kommentar zu den Sprüchen der Väter und Gedichte. — In Pest übernahm Herr Moritz Wahrmann die auf ihn gefallene Wahl als Vorstand der israelitischen Gemeinde, weil es jetzt nicht an der Zeit sei sich zurückzuziehen, und weil Keiner berechtigt sei, sich zwingender Pflichten zu entledigen. Hätten die Herren doch in den Jahren 1870—80 so gedacht, es wäre vielleicht manches besser geworden. — In den Wiener Vorstand wurden ans 4 Jahre wiedergewählt die Herren Julius Ritter v. Goldschmidt, Wilhelm Ritter v. Gutniann, Michael Biach, Josef Ritter v. Pfeiffer und der Architekt Wilhelm Stiasny. — In Wien fängt es an sich reformistisch zu regen. In der Neuzeit (No. 47) tritt man mit Wärme und Begeisterung für Orgel, Vorlesung der Thora in deutscher Uebersetznng, für den dreijährigen Cyklns und für Kunst in der Synagoge ein. — Von der in Wien seit dem 17. Oktober 1863 bestehenden Prediger Mannheimer- Stiftung ist ein Bericht des Kuratoriums über die 20jührige Thütigkeit erschienen. Jsac Noah Mannheimer, der providentielle Genius der jüdischen Gemeinde Wiens, der unvergleichliche Mensch und Seelsorger, der in seiner Art uniibertreffliche prophetisch durchglühte Redner, hat die ihm an seinem 70. Geburtstage (17. Oktober 1863) übergebene Summe dazu bestimmt, eine Stiftung ins Leben zu rufen, aus deren Erträgnis Rabbiner, Prediger und Lehrer, die dienstunfähig geworden, oder deren Wittwen und Waisen unterstützt werden sollten. Diese Stiftung hat bereits sehr viel Gutes geleistet. Es wurden während der 20 Jahre 15,975 Gulden verausgabt. 294 Unterstützungen wurden gewährt, deren größte 200, deren kleinste 25 fl. betrugen. Bei der Gründung hatte man nur jährlich über 200 fl. verfügen können; gegenwärtig über 1100 fl., da das Kapital von 4000 auf 24000 fl. angewachsen ist. Herr Ignatz Bobelle ist aus Gesuirdheitsriicksichten ans dem Kuratorium getreten. Auf Ersuchen des Kuratoriums sind die Herren Brandeis und Rabbiner Dr. Güdemann in die Verwaltung eingetreten. Außer diesen Herren bilden den Vorstand der Stiftung die Herren L. S. Fischet, Julius Ritter v. Goldschmidt, Dr. Kompert, Ed. Mannheimer und Dr. G. Wolf. — Herr Heinrich Kuffler in Wien hat zur Erinnerung an seinen verstorbenen Vater, Herrn Ignatz Kuffler, dem Beth-ha Midrasch daselbst eine Schenkung von 1000 ft. zugehen lassen zur Förderung dieses wissenschaftlichen Institutes. Auch Herr Bernhard Pollak, der durch eine Spende den Grund zur Bibliothek der Bethha Midrasch legte, hat diesem Institute 100 fl. als Geschenk zugewendet. Solche Männer verdienen ehrend erwähnt zu werden. Möchten doch auch hierzulande jüdische-wissenschaftliche Bestrebungen Förderung finden. — Die um die jüdische Wissenschaft hochverdienten Lektoren am Wiener Beth-ha Midrasch, I. H. Weiß und M. Friedmann, veröffentlichen eine Zeitschrift in hebräischer Sprache für rabbinische Literatur und Geschichte unter dem Titel „Beth Talmud". Die

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