Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1884)
- Date
- 1884-02-01
- Page
- Seite 38 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Esr. 4, 1), viele erheben sich gegen mich — du aber bist Schild mir, meine Ehre und der da erhebet mein Haupt". (Ps. 3.)1) Endlich wurde der Bau im 6. Jahre des Darius ca. 516, 70 Jahre nach der Zerstörung des ersten Gotteshauses (vgl. Sech. 1, 12) vollendet,2) Die Einweihung im 12. Monat gestaltete sich zu einen: großen Freudenfeste, dem ersten seit langer Zeit. In dichten Schaaren drängte sich das Volk zu den Höfen, wo Priester und Leviten durch Opfer und Weihegesänge den Herrn verherrlichten, der auf's neue seine Gnade an Israel bewährte, und dem es getrost seine Hoffnung für alle Zukunft überantwortete. „Danket Jahve, denn er ist giitig, ja ewig währet seine Gnade!" so erklang es in heiligen Chören: Also spreche Israel: ja ewig ist seine Gnade! Also spreche Ahrons Haus: Ja ewig ist seine Gnade! Also sprechen Jahve's Verehrer: Ja ewig ist seine Gnade! In der Not rief ich Jahve, nut Rettung erhörte mich Jahve. Jahve ist mein — ich fürchte nichts; was können Menschen mir thun!" Allerdings ist das Volk auch jetzt noch von heidnischen Feinden umgeben, allein in der Gemeinde lebt das freudige Bewußtsein als Gewißheit, daß Gott seinen Frommen hilft, ist doch der Jubel in den Zelten der Gerechten der sprechendste Beweis, daß „die Rechte Jahve's ist Macht". Jetzt beginnt der Einzug in den inneren Raum des Tempels und der levitische Sänger fordert auf: „Offnet mir die Pforten des Rechts, daß ich einziehe und Jahve danke; Jahve's ist dieses Thor, hier ziehen Gerechte ein!" Der Priester Segen und die Aufforderung, den Herrn zu preisen beschließt den herrlichen Weihegesang. (Ps. 118.) Architektonische Angaben über den Tempel fehlen in unseren..biblischen Büchern gänzlich. Höchst warscheinlich wird der Bau eine gewisse Ähnlichkeit mit den Bauten in Susa und Persepolis gehabt haben. Nach dem Edikt des Cyrus sollte seine Höhe 50, die Weite 60 Ellen betragen. (Esr. 6, 3, vgl. Joseph, arch. 15, 11, 1, wonach dem Zerubabelschen Tempel im Verhältnis zum ersten 60 Ellen Höhe fehlten). Auf einer Fläche von 500 Ellen erhob sich auf dem Berge Moria das Heiligtum mit seinen Mauern, Türmen, Vorhöfen uno Hallen und den verschiedenen Gebäuden. Die Mauern waren durch mehrere Thore unterbrochen. Am Ostthore, wahrscheinlich dem bedeutendsten, von den Pilgern zumeist benützten, befand sich gleichsam als Reichswappen die Abbildung der Hauptstadt Susa. (Midd. 1. 8.) 'Schritt man durch eines der Thore, so gelangte man auf einen freien Raum, welcher Berg des Hauses hieß; dieser galt int Gegensatz zu dem heiligen Raum für profan und durfte von Heiden und Juden im Zustand der Unreinheit betreten werden (vgl. Midd. 1, 6; Ez. 40, 20). Nach innen liefen an den Mauern weite Hallen, deren Boden gepflastert war. (Jos. bell. 6. 1, 6.) Von diesem freien Platze aus konnte man nicht unmittelbar in den 2. Vorhof eintreten, man gelangte zunächst zu einer Abzäunung, die Heiden und Juden im Zustande der Unreinheit nicht tiberschreiten durften (Mid. 2, 2; Jos. bell. 5, 5, 2). Stieg man von hier aus 14 Stufen höher, so stand man vor der Mauer, die den eigentlichen Vorhof des Heiligtumes entschloß, und auf deren Terasse die levitischen Musiker ihren Platz entnahmen. (Forts, f.) ') Die Überschrift des Psalmes ist späterer Zusatz, vgl. Schebuoth IS, 6. 2) Irriger Weise wird Evang. Job. 2, 20, angegeben, der Tempelbau habe 40 Jahre gedauert. Die Widerlegung der geistreichen, aber ungeheuerlichen Ansicht Schrader's über die Dauer des zweiten Tempelbaües in den Theol. Sind. 1867, S- 460 s. und in Oe Wette'» Einleit., S. 235, s. Rosenzweig a. a. O. 38 ff.