Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1884)
- Date
- 1884-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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27 wie Frühlingsschimmer unsere Seele erfüllt. Diese Hoffnung wollen wir uns nicht nehmen lassen, ob auch manche traurige Zeichen des Verfalls sich in dem heutigen Israel zeigen, erstarrender Winterfrost über die Gefilde unseres Geisteslebens sich ausgebreitet hat, für jedes höhere dem Göttlichen und Ewigen zugewandte Streben die Herzen fast völlig erkaltet zu sein scheinen und wahre, treue und thätige Teilnahme dafür vergeblich gesucht wird. Wir zweifeln nicht daran, es wird auch in Israel wieder Frühling werden; unter Stürmen zieht er heran, um die Geister zu wecken, dem Lichte den Weg zu den Herzen zu bahnen. Der Baum des ewigen Lebens, den der Herr auf den Boden Israels gepflanzt hat und dessen Stamm aus heiliger Saat emporgewachsen ist, wird neue Triebe des inneren Wachstums hervorbringen, grünen in unverwelklichem Schmucke, erblühen in neuer Herrlichkeit und seine Frucht wird der Segen der Völker bleiben, das Heil unserer Zukunft für und für. Won der Kkernenlar-Kchuke und dem Orzießungsrveserr des Altertums. Bortrag am 10 März 1883 im Saale zum Erzherzog Johann in Floridsdorf gehalten von vr. I. S. Bloch, Bezirksrabbiner und Reichsrats-Abgeordneter. (Fortsetzung.) IV. In Indien und Egypten stand der priesterliche Lehrer oder der lehrende Priester an der Spitze des Staates, als Repräsentant des vornehmsten Standes, der höchstgebornen Kaste. Bei den klassischen Völkern des europäischen Altertums tritt der Jugendlehrer als leibeigener Sklavensohn uns entgegen. Der Stand der Jugendbildner bei R ö m e r n und Griechen war gedrückt und verachtet, ohne Wohlstand, ohne Ansehen, ohne Anerkennung, ein Paria der Gesellschaft. In Indien und Egypten litt der Volksunterricht unter dem Eigennutz der Priesterschaft, welche den niederen Ständen die Bildungsmittel weigerten; allein der lehrende Beruf war mit allem Glanz umgeben.- In Griechenland und im Römerreiche war die Mißachtung, häufig auch die Not und Entbehrung die treue Gefährtin des Volksbildners. Das griechische Erziehungsideal war der schöne Mensch, die harmonische Ausbildung aller physischen und psychischen Kräfte und Anlagen. Gymnastik bildete das hervorragendste Erziehungsmittel, die öffentlichen Turnübungen im Laufen, Springen, Speerwerfen, die Ring-, Wett- und Faüstkämpfe, die kriegerischen Tänze, die mannigfachen oft reizenden Jugendspiele aller Art sollten die Entwicklung, Bildung und Entfaltung des jugendlichen Körpers fördern. Zur Gymnastik gehörte auch die Musik, nicht allein als Gymnastik des Gehörs und der Stimme, der Tonsinne, sondern auch als Gymnastik des Geistes: Melodie und Harmonie bildeten ein Moment sittlicher Bildung. Dazu kam das Einprägen nützlicher Sentenzen und Lebensregeln, der wichtigen Notizen aus Kräuter- und Heilkunde. Durch solche und ähnliche praktische Kenntnisse, welche in vornehmen Familien gepflegt wurden, suchte man das Auffassungs- und Urteils- Vermögen der Jugend zu schärfen. Allein auch die Wichtigkeit des Elementar- 3*