Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 sang ein, den Herrn preisend, der der Wunder so viele schon an seinem Volke gethan, auch ihrer wieder in der Erniedrigung gedacht und sie den Feinden entrissen (Ps. 136). Jubel und heilige Begeisterung herrschte in der Versammlung und doch, die Freude war nicht ungetrübt. Auch Schluchzen und Weinen wurde mitten durch die Jubelrufe vernommen, denn die Zahl der Alten, die das erste Heiligtum in seinem Glanze geschaut, war ziemlich groß, und dürftig erschien ihnen die Gegenwart im blassen, kargen Strahle der Wirklichkeit, sobald sie an die Herrlichkeit der alten Zeiten dachten. Zudem hatten sich bereits wieder dunkle Wetterwolken am Horizonte zusammengeballt. Die heidnischen Völkerschaften, die zur Colonisation Samaria's aus Assyrien und Medien in das Gebiet des Nordreiches verpflanzt »wurden und die sich aus Furcht äußerlich dem Jahvetum angeschlossen, innerlich aber Heiden geblieben waren, hatten, nachdem sie sich mit dem Rest der in Samaria zurückgebliebenen Israeliten und später mit den Judäern, die in der Heimat zurückgelassen wurden, vereinigten, bald als alleinige Herrn daselbst freien Spielraum gewonnen. Anders aber mußten sich jetzt, da die rechtmäßigen Besitzer, unterstützt von der Gunst des Königs, zurückgekehrt waren, die Verhältnisse gestalten. Die Samaritaner — so werden wir von jetzt an die fremden Völkerschaften im Herzen Judäas nennen, wenngleich die Bezeichnung ihrem Ursprung nach einer späteren Zeit angehört — glaubten sich durch die neue Gemeinde in ihrem Besitze beeinträchtigt; zudem sagten sich jetzt einzelne Reste des Nordreiches und die im Lande gebliebenen Judäer, die sich ihnen früher durch die Verhältnisse gezwungen, anschließen mußten, von ihnen los, da die ihnen näher stehenden Juden als selbständige Gemeinde auftraten; dadurch befanden sich die Damaritaner plötzlich in der Minorität und ohne jede Centrale, verschieden in sich selbst, ohne ausgesprochenen Charakter, weil verschiedenen Völkerschaften entsprungen. So mochte es ihnen demnach doch wol ernst darum zu thun gewesen sein, in innere Verbindung mit der Gola zu treten, das Scheinleben, in dem sie ihr kümmerliches. Dasein fristeten, zu verlassen und sich auf der breiten, festen Grundlage des Judentums aufzubauen, da sie an die Vertreter der Gemeinde mit der Forderung herantraten: „Wir wollen mit euch bauen, denn gleich euch suchen wir eueren Gott und ihm opfern wir') seit den Tagen Eiarhaddun's, der uns hiehergebracht." (Esra 4, 2.) (Forts, f.) Won der Ktemenlar-Schuke und dem Krziehungswesen des Merturns. Bortrag am 10 März 1883 im Saale zum Erzherzog Johann in Floridsdorf gehalten von Dr. I. S. Bloch, Bezirksrabbiner und Reichsrats-Abgeordneter. I. In der Fülle von Fragen, welche die Aufmerksamkeit und das Interesse der öffentlichen Meinung, der denkenden Menschen jahraus jahrein rege erhalten, wird die Schule stets ein Hauptproblem bilden. Jedes neue politische System, ') Das ist sicherlich die Bedeutung der fraglichen Stelle, deren Lori und Lslid verschiedene Deutungen zuläßt, denn kaum haben die Samaritaner nach dem damaligen Stande ihrer religiösen Anschauung das Opfern so lange unterlassen; s. dag. Philipps. Bibelwerk z. St.