Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1883)
- Date
- 1883-12-01
- Page
- Seite 287 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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287 Arbeit das Zahlenräthsel der Pesachhaggadah und das die Vergeltung symbolisierende Chad Gadjalied an, zu welchem er das 13. Räthsel von den 33 des Zauberers Akhl als Parallele anfiihrt. Wir schließen unser Referat mit dem Wunsche, daß der Verfasser die Räthselweisheit der Hebräer bis auf unsere Zeit behandle und uns bald durch Abschließung dieser seiner sehr lehrreichen Schrift erfreue. Predigten von De. Adolf Schwarz, Stadt- und Bezirksrabbiner in Karlsruhe. A Bielefeld's Hofbuchhandlung. Die Sammlung von Predigten des Herrn Dr. Schwarz erstreckt sich über die fünf Bücher Mosis und enthält 60 Reden, erschienen in den Jahren 1878— 1883. Was dieselben von vielen anderen auf dem Gebiete der homiletischen Literatur hervortretenden Erscheinungen auszeichnet, ist, daß wir hier nicht ephemere Redestücke vor uns haben, die der Augenblick geschaffen und auch wieder verschlingt, sondern daß wir in denselben die ehrliche gewissenhafte Gedankenarbeit eines begabten jüdischen Theologen vor uns haben, der auf dem Gebiete der Wissenschaft sich bereits rühmlich hervorgethan. Der Verfasser nimmt in seinen Predigten Stellung zu den wichtigsten Fragen der Zeit und der Wissenschaft und zwar in so geschickter Weise, daß man dadurch auch allgemeine Wissensgebiete im Lichte des Judentums in anziehender Weise vorgeführt bekommmt. Eine besonders originelle und reiche Mannigfaltigkeit entwickelt Herr Dr. Schwarz in dem Entwürfe von Einleitungen, die uns wie die breite Basis des allgemein Menschlichen erscheinen, auf dem sich die Gestalt des Judentums desto herrlicher abhebt, das wieder durch den ihm innewohnenden prophetischen Lichtkern zur echten Humanität hinleitet. Bibel-, Talmud- und Midraschstellen, nicht nur die auf der Oberfläche liegenden, sind ebenso passend herangezogen wie gut angewendet. Auch spricht sich in den Reden durchweg eine klare Auffassung über das Judentum aus und liegt denselben im Allgemeinen auch eine schöne Gesinnung zu Grunde, indem der Redner eine friedliche, versöhnende Stellung zu den Tochterreligionen einnimmt und gegen Fehler der Stammesgenossen nicht blind ist. Er eifert gegen die Fanatiker, gegen die Frömmler und möchten wir dem Verfasser nur ausstellend in Bezug auf seine Auslassungen gegen das Reformjudentum, die nun einmal bei gewissen Herren nicht zu vermeiden ist, weil ihnen das Verständnis für diese Geistesbewegung völlig abgeht, seine eigenen Worte zur Stelle „das ist wahrlich auch keine Stimme des Sieges und keine Stimme der Niederlage, das ist Gerede" zurnfen. Unangenehm hat uns die Anrede: Ihr Jungfrauen und ihr jungen Frauen und das Fremdwort "operieren" (I. Th. S. 67) berührt und fehlt den Reden oft der schwungvolle Schluß, der den Hörer mit sich fortreißt. Doch diese unbedeutenden Ausstellungen, mit denen wir nicht zurückgehalten, halten uns doch nicht ab, die Predigten des Herrn Dr. Schwarz, als eine bedeutende Leistung auf dem Gebiete der homiletischen Literatur hervorzuheben. Mögen dieselben die verdiente Verbreitung und Anerkennung finden und möge uns der Verfasser durch fernere Herausgabe seiner Reden erfreuen. Die Ausstattung des Werkes, das sich als Familienbuch empfiehlt, ist schön und angemessen. (Mendelssohn-Verein). In der Sitzung vom 17. Oktober 1883 wurde beschlossen, Sir Moses Montefiore aus Anlaß seines hundertsten Geburts-