Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1883)
- Date
- 1883-12-01
- Page
- Seite 288 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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288 tages zu beglückwünschen und in dankbarer Anerkennung seiner unverwelklichen Verdienste zum Ehrenmitgliede des Vereins zu ernennen. (Frankfurt a. M.) Der Israelit, ein Central-Organ für das orthodoxe Judentum, herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz, berichtet: Frankfurt a. M., 28. Oktober. In der hiesigen Reformgemeinde, die sich selbst die Hauptgemeinde nennt, war seit länger als 30 Jahren der sogenannte dreijährige Cyclus eingeführt; man las an jedem Sabbath nur ein Dritteil und vollendete in drei Jahren die Vorlesung der Thora. So hatte man am Sabbath Haasinu den Abschnitt Bo vollendet. Gestern aber, am Sabbath Boresvbit, hat man sich plötzlich entschlossen, zu dem Althergebrachten zurückzukehren und die ganze Sidrah Bereschith vorzutragen. Wir sagen absichtlich „vorzutragen", da man sich zu einem regelrechten Vorlesen mit dem üblichen Neginoth noch nicht hat entschließen können. Wir begrüßen diese „Rückkehr" mit Freuden und hoffen, daß sie den Anfang zum Aufgeben des sämmtlichen Reformunwesens bilden wird. (Berlin.) Akademischer Verein für jüdische Geschichte und Literatur). Es fängt an sich unter der Jugend ein reger Geist für die Wissenschaft des Judentums zu zeigen. Die hiesigen jüdischen Studenten der Friedrich-Wilhelm- Universität haben einen Verein gegründet, in dessen Statuten die Förderung des Interesses für jüdische Geschichte und Literatur bezwekt wird. Die allwöchentlichen Sitzungen zerfallen in einen-geschäftlichen, in einen wissenschaftlichen und in einen gemütlichen Teil. An die Vorträge und Referate lehnen sich Debatten. (Paris.) Der sechste Teil der Übersetzung des jerusalemischen Talmud durch Herrn Moise Schwab, die Traktate Succah, Bosch ha-schanah, Taanith, Megillah, Chagiga und Moed Katan umfassend, ist jüngst erschienen. Der Herausgeber, unser geschätzter Mitarbeiter, hat den Wert dieses Werkes, das besonders jetzt, wo der Talmud wieder die Zielscheibe gehässiger Angriffe ist, sich als sehr zeitgemäß erweist, durch angefügte literarische Bemerkungen wie durch die orientierenden Register bedeutend erhöht. (England). Die assyrischen Sammlungen des Britischen Museums sind vor Kurzem durch mehrere interessante Funde bereichert worden. Es befinden sich unter denselben einige kuriose babylonische Tafeln, die in Tel Sifr im südlichen Babylonien ausgegraben wurden und die Jahreszahl 2700 vor Christi Geburt tragen. Eine dieser Tafeln, welche kleiner als die anderen ist, birgt in ihrem Innern einen 4 Zoll langen und 2 Zoll breiten Ochsenkopf, der kunstreich geschnitzt und mit einem harten elfenbeinartigen Holze, welches einen Vergleich mit dem in Mycenae von Dr. Schliemann gefundenen herausfordert, ausgelegt ist. Unter anderen wertvollen Urkunden des babylonischen Reiches befindet sich ein schöner Cylinder, der eine Inschrift in Bezug auf die Wiederherstellung des Belustempels in Babylon sowie ein Fragment einer ähnlichen Inschrift, die auf Befehl Alexanders des Großen (der in der Inschrift Jsakander Makidnki genannt wird» geschrieben wurde, enthält. Einige Ziegel in dieser Sainmlnng sind mit kleinen Inschriften bedeckt, die von Metallplatten gedruckt und nicht nach der Weist früherer Exemplare aus Babylon und Ninive eingeschrieben sind. Jnhalt^RohlingundUn Ende. — Quousque tautlera. Bon Oskar Wäldeck mWtlen — Ueber die Ackerbau- und soziale Gesetzgebung der alten Inden. Bon Rechtsanwalt _und Notar Metz in Bielefeld. (Schluß) — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breideustein), sämmtlich in Frankfurt ani Main.