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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-12-01 · Heft 12 (1.12.1883) · p. Seite 285

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 12 (1.12.1883)
Date
1883-12-01
Page
Seite 285 (sequence 21)
Language
German
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Die Ackerbaugesetze und die mit dem Ackerbau zusamnienhängende soziale Gesetzgebung, mit welcher wir uns heute Abend beschäftigt haben, war aber an die Existenz des jüdischen Staates, an das Wohnen im Lande Palästina gebunden. Die religiösen und sittlichen Vorschriften der Thora haben die Inden überall hin mitgenommen, wohin das Schicksal sie verschlagen hat, die Institutionen, über welche wir uns unterhalten haben, sind nntergegangen, die Gesetze, welche dieselben betrafen, sind nicht mehr in Geltung. Sie kommen jetzt nur noch in Betracht als ein kultur- und sittengeschichtliches Moment, hoffentlich aber als ein solches, dem Sie Ihr Interesse während dieses meines Vortrages nicht ganz versagt haben werden. Weferale und Wilteitungen. Zur Mlhstlweisheit bei den Hebräern mit Hinblick auf andere alte Kölker. Dargestellt von Lic. Dr. Aug. Wünsche. Leipzig Otto Schulze. 65 S. Der Verfasser vorliegender Schrift, durch seine wertvolle Arbeiten auf den« Gebiete der talmudisch-midraschischen Literatur vorteilhaft bekannt, behandelt ein Thema, das, obwohl es schon im vorigen Jahrhundert von Bellermann, soweit es auf die Bibel, und neuerdings von Hamburger in seiner Realencyclopädie, soweit es sich auf den Talmud erstreckt, besprochen wurde, in zusammenhängender Weise, indem er zugleich wertvolle Parallelen aus den Literaturen anderer Völker herbeizieht und noch manches aus den mittelalterlichen Schriften hinzufügt, das sich auf die Räthselweisheit der Hebräer bezieht. Indem der Verfasser richtig hervorhebt, daß der moderne Begriff des Räthsels sich nicht vollständig mit dem antiken deckt und daß die Heimat dieser Art von Poesie im Morgenlande sei, woselbst die Araber vorzugsweise Bedeutendes geleistet haben, wie uns aus den Makanien des Hariri, die Rückert in die deutsche Literatur eingeführt hat, bekannt ist, geht er an das uns geläufige Räthsel des Simon, das er bei seinem Hochzeitsfeste zu Timnatha, den Jünglingen zur Lösung aufgegeben hatte, heran. Es war nicht nur bei den Hebräern und Philistern Sitte, bei Gastmälern die Geladenen durch Räthsel zu unterhalten, sondern, wie uns Plutarch in seinem „Gastmal der sieben Weisen" berichtet, hat auch bei andern Völkern der Brauch bestanden, daß der Gastfreund eine Reihe von Räthselfragen an die Anwesenden richtete, wobei als Lohn fiir die Lösung ein Kranz winkte und als Strafe für Nichtlösung der Trunk eines Bechers Wein mit Salz bestimmt war. Als Hauptrepräsentant morgenländischer Weisheit gilt der von der Sage vielfach umschlungene König Salomo, dessen Lehrer Narhan sich auch gerne in seiner Rede des Gleichnisses bedient hatte. Die Königin von Saba in Jemen, die Bilquis in der Sage der Araber, welche mit Räthselfragen an Salomo herantritt, ist sowohl im Midrasch zu den Sprüchen wie in der zweiten Paraphrase zum Buche Esther nach dieser Seite hin ausführlich behandelt, woselbst sowohl die Räthselfragen der Königin wie die Lösungen Salomons angeführt werden. Zu der Mitteilung, daß die Königin von Saba an's Meer ging, um sich daselbst niederzuwerfen, bemerkt Wünsche, daß nach Josephus und Philo die Juden ihre Bethüuser am Meere bauten, an dessen Strande sie Dankgebete zu Gott emporsandten und daß nach den Berichten Tertullians und Juvenals die Juden an ihren hohen

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