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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-10-01 · Heft 10 (1.10.1883) · p. Seite 232

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 10 (1.10.1883)
Date
1883-10-01
Page
Seite 232 (sequence 16)
Language
German
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Uns will es bedünken, daß unser Didacco sich unter jenen portugiesischen Flüchtlingen befunden, die im Mai des Jahres 1544 in Ragusa landeten und von da aus die übrigen Städte Italiens durchwandert habe, um dann durch eine Reihe von Jahrzehnten in Ragusa zu leben und zu wirken^). In Ragusa lebte damals der berühmte Hellenist Domenico Raguina *). der Jurist Simon Benessa, Niccolo Gozze* 2 3 4 5 6), der Mathematiker Antonio Medo ■'), der italienische Dichter Michele Monaldi") und der illirische Dichter Mauro Vetrani7). Sein bedeutendster Freund und Mäcen jedoch war Domenico Zlatarich (Slatarich), der später Rektor magnificus der Paduaner Universität wurde. Didacco lobt deswegen die Ragusaner sehr und dies ganz besonders in einer Epistel, welche im Jahre 1563 in Ferrara gedruckt wurde. Ein Exemplar dieser Epistel findet sich in der Vatikanischen Bibliothek unter Nr. 11333. Nach Appendini und Chersa weilte Didacco bei 40 Jahre in Ragusa. Dies stimmt sehr gut zu der Annahme, daß Didacco schon im Jahre 1544 nach Ragusa gekommen. Denn da es erwiesen ist, daß er im Jahre 1583 bereits in Castelnuovo (im Dalmatischen) sein Gedicht: De exilio suo schrieb, so ist es sehr wahrscheinlich, daß er fortan in Castelnuovo bis zum Ende seiner Tage blieb. Was ihn dazu veranlaßt haben mag, läßt sich nunmehr mit Sicherheit nicht bestimmen; wenn man jedoch bedenkt, daß sein Tod in das Jahr 1607 gesetzt wird, so daß er noch mehr als 20 Jahre (von 1583—1607) in Castelnuovo zugebracht, so wird man wol annehmen dürfen, daß es wichtige Gründe sein mußten, die den Entschluß in ihm zur Reife brachten, im hohen Alter von 66 Jahren die Stadt Ragusa zu verlassen, in der er so viele hochgestellte Gönner und Freunde gefunden. Und hier ist es am Platze, ausführlich über sein Glaubensbekenntnis zu handeln. Daß Didacco in Evora dem Scheinchristentume gegen Außen hin huldigte, im Herzen aber treu dem jüdischen Glauben anhieng, ist über jeden Zweifel erhaben. Daß er bis zu seiner endgiltigen Niederlassung in Ra- ') Noch bevor Didacco sich bleibend in Ragusa niederließ, bereiste er außer den bereits angeführten Städten in Italien auf kürzere Zeit Egypten, gieng von da nach Jerusalem; von da wieder nach Constantinopel und von Constantinopel kam er mit einem Kauffartheischiff wieder nach Ragusa. 2) Kayserling, Gesch. der Juden in Portugal p. 264 berichtet, daß im Mai 1544 ein Schiff ausschließlich aus portugiesischen Flüchtlingen bestand. Auf diesem dürfte sowol Amatus Lusitanus wie auch Diego Josef gewesen sein. Ragusa war zur Zeit in vollster Blüte und bot die meisten Freiheiten sämmtlichen Religionsgesellschaften. 3) Biblioteca di Fra Innocenzo Ciulich nella libreria de RR. PP. Francescani di Ragusa. Zara 1860, p. 1, 138, 422. Dieser Catalog wurde von dem am 19. Februar 1882 in Ragusa verstorbenen Hospitaldirektor med. Dr. Giovanni Augusto Kaznacic (Casuacich) redigirt. 4) War mit Aldus Manutius befreundet. Im Jahre 1589 erschien in der Officin des Aldus Gozze (di) M. Nicolo Vito. Discorsi della penitenza. (Biblioteca redatto da Giov. Dott. Casnacich p. 247. Ferner erschien von Gozza in Venedig bei Zilletti im Jahre 1589: Sopra le meteore d'Aristotele Dialoghi (ibid.) p. 270) von Governo della Famiglia gleichfalls 1589 bei Aldo. 5) Er schrieb: tznaedam animadversiones in prädicabilia Porphyrii. Venetiis 1600 apud Franc. Barrilettom. 6) Er schrieb: 1) Irene opero Della belleza con altri due dialoghi uuo delPavere 6 Patro delle metafiica. Venezia 1599 da Franc. Bariletto. 2) Rirae. Venezia 1599 da Altobello Salicato. 7) Er übersetzte die Tragödie Hekuba von Euripides ins illyrische und war auch Originaldichter, ibid. p. 7, 12, 19, 24, 29, 135, 136.

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