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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-10-01 · Heft 10 (1.10.1883) · p. Seite 221

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 10 (1.10.1883)
Date
1883-10-01
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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221 heit, die über uns zu Gerichte sitzt, daß Israel noch lebt, als ein Gottesvolk in ihrer Mitte lebt, zeigen wir es durch unser Thun und Wollen, daß Israel nicht bloß eine Vergangenheit hinter sich hat, deren Besitz allein es jedoch vor der Vergänglichkeit nicht retten könnte, sondern daß es auch eine große, lichte und herrliche Zukunft vor Augen hat, in der die Frucht seines Höffens, seines festen Glaubens, seines unermüdlichen Duldens reifen und gedeihen wird zum Heile und Segen aller Menschheit. Wolan denn, die Posaunen, die einen Tag der Auferstehung verkünden, ertönen jetzt in unserer Mitte, „deine Toten, Israel, sie sollen auferstehen", das Judentum, das in Leichengestalt einherwandelt, wieder erblühen in jugendlicher Kraft und Frische; erwachet und stimmet euere Lieder an vor dem Herrn, die ihr stets nur an dem Staube hängt (Jes. 26, 19). Den Thau des Lichtes sendet der Herr uns hernieder, auf daß auf unfern Gefilden wieder neues Wachstum und Leben ersprieße und auf Erden durch uns gegründet werde ein himmlisch Reich der Wahrheit und geistigen Lebens. Dann können wir sorglos und furchtlos in die Zukunft blicken, groß, heldenhaft und unbesiegbar wird Israel dastehen, von den Völkern geehrt, von aller Menschheit geliebt, von Gott erwählt, denn Gott lebt in seinem Herzen, sein Herz lebt in Gott, sein Weg ist der Weg des Lichtes und des ewigen Lebens. Pas vavykonifche Mt und das Jahrhundert nach demsetven mit ßesonderer Werückhchtigung auf die religiöse Hntwiktung des Judentums. Von vr. Adolf Rosenzweig, Rabbiner in Teplitz. (Fortsetzung.) Hier leuchtet bereits durch den im Entstehen begriffenen Skepticismus der große Heilsgedanke der Zukunft auf, derselbe Gedanke, der im „Knechte Jahve's" Jes. 40—66 zum Ausdrucke gelangt. Der Knecht Jahve's ist bald der Prophet') 40, 25 u. 26; 44, 1, geht bald über den Propheten hinaus, die Gesammtheit des Volkes") umschließend 49, 3 u. 4; 50, 10. Der Knecht Jahve's umfaßt alle, welche den Bund Gottes trotz der Leiden erhalten, gleich Hiob, dem auch dieser Name an mehreren Stellen beigelegt wird vgl. Hiob 1, 8; 2, 3 u. ö., alle die eine Sendung von Gott erhalten haben und diese zu vollführen anstreben. Aber nicht das empirische Israel, nicht das Volk der Erscheinung ist der Knecht Gottes, sondern das Israel der Idee, des Berufes, um dessentwillen es leidet 44, 21; 53, um als geläutertes Schuldopfer Rettungsmittel der Gesammtheit zu werden 53, 10. Israel ist Jjjob, der „Knecht Gottes", der zwar nicht ganz ') Zutreffend dürfte die Beziehung von c. 53, das die christologische Anschauung auf Jesus bezog, auf Jeremias sein — die einzelnen Episoden aus dessen Leben, verglichen mit dem Cap., dürste die Berechtigung dieser Annahme erweisen. Bgl. Jer. 1l, 19; 38, 14, 15 mit Jes. 53, 7: Jer. 12, 6 mit Jes. 53, 3; Jer. 20, 7 mit Jes. 53,18. Jeremia galt später bei dem Volke als der Prophet schlechthin, der neben den» Gottestrone sitzt und für das Volk bittet, 2. Macc. 15, 13. * * *) Bgl. Sept. zu Jes. 42; A. Esra, Raschi, Kimchi, Abarb. zu Jes. 53; Orig. c. Celsum lid. 1., p. 42 ed. Spencer.

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