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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-09-01 · Heft 9 (1.9.1883) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 9 (1.9.1883)
Date
1883-09-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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Christentums zu bringen. Daß ihm dies nicht gelang, können wir daraus mit Sicherheit schließen, weil Didacco nicht für immer in Rom blieb, was sicherlich der Fall gewesen wäre, wenn Didacco sich zum Christentume hätte bekehren lassen. Wir finden aber schon in der nächsten Zeit unfern Dichter in Florenz, wo er seiner hervorragenden dichterischen Erzeugnisse wegen bei den Medici in hoher Gunst stand. Er erwähnt ferner sehr oft in seinen Dichtungen die Stadt Ferrara und sagte von ihr, daß sie eine der blühendsten Städte Italiens sei und daß die Juden daselbst sehr gut gelitten seien. Andere Nachrichten, die wir aus derselben Zeit über die Juden Ferrara's haben, bestätigen Didacco's Aussagen vollständig. Hier in Ferrara schrieb er seine Ode an den Dichter Lucius Lusitanus, aus welcher zu ersehen ist, daß seine Eltern zur Zeit noch lebten (1555). In düstern Worten beklagt er sein unglückliches Los, das ihn fern vom geliebten Heimatsort und den teuren Eltern geworfen. In dieser musenfreundlichen Stadt lernte er auch den Dichter der Oisrusuisinmo Ubsrats. „des befreiten Jerusalem" Torquato Tasso kennen. Mit diesem schloß er innige Freundschaft und widmete ihm eine bis jetzt durch den Druck noch nicht erschienene Elegie^). In der Lombardei machte er die Bekanntschaft des berühmten Manutius* * * * 6 7), des Gregorio Giraldi und des Toglietta. Den berühmten Buchdruckern Paulus und Aldus Manutius widmete er eine Ode. Hier geben wir eine wörtliche Uebersetzung des Dankbriefes, den Manutius an unfern Dichter richtete^). „Ihre Ode, mit welcher Sie mich freundlichst geehrt und getröstet haben, hat in meinem Geiste zwei Wirkungen hervorgebracht, die ich Ihnen mitteilen will. Als ich nämlich das erstemal die Ode stüchtig durchlas, wie man dies gewöhnlich bei einer lange ersehnten Sache zu thun pflegt, stieg in mir sofort der Gedanke, Ihnen zu danken und Sie zu loben, auf; dann aber las ich mit aufmerksamen Sinne die Ode nochmals durch, fand immer neue Schönheiten in ihr, welche jede einzelne wie Edelsteine leuchten, und da fand ich, daß im Verhältnis zur Größe meiner Schuld mein Geist Ihnen keinen würdigen Ersatz des Dankes bieten und noch weniger Sie loben darf, weil ich nur dann den Didacco verdientermaßen loben könnte, wenn ich selber Didacco wäre, und dann, wozu sollte ich Sie sich selber loben? Wäre es nicht voreilig von mir, Sie mit sich bekannt zu machen? Besser ist es, wenn ich schweige und mit anderen über ihre Vorzüge spreche, die ich, wenn auch nicht erlangen, doch wenigstens wünschen darf. Dennoch freue ich mich über ihr poetisches Erzeugnis, welches dessen Urheber ewiges Leben verleihen wird, sowie Ihrem Vaterlande, das Ihrer beraubt ist; und ich werde nicht aufhören Sie zu bitten, mich zu lieben, und Glauben bekehrt würde (8ulla speranza di poter convertire alla feae un uomo, di cui nei letterarii colloquii era rimasto incantato.) Der Brief Roberto's findet sich bei Nario's: Oe vita eardinali8 Nobilii (Appendini, Francesco Maria. Notizie istorico-critiche sulla antichitä, storia e letteratura de Ragusei — in 2 tomi. Ragusa 1802. Tip. Martecchini.) 6) Wird von uns in einer besonderen Schrift, welche die seltenen und unedirten Schriften des Dichters enthalten wird, veröffentlicht werden. 6) Siehe die Werke Baschets: Aldo Manuzio, Lettres et documents und Didot's: Aide Manuce et FHellenisme ä Venise. 7) Bartolomeo Zucchi Idea del Segretario, Parte terzia pag. 207 (Venezia 1614) und L. Luzzatto im Corr. Jsr. 1876 p. 132, ferner Biblioteca del Casnacich p. 185 No. 910 s. v. lettera di Paolo Manutio. 19

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