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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-08-01 · Heft 8 (1.8.1883) · p. Seite 186

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 8 (1.8.1883)
Date
1883-08-01
Page
Seite 186 (sequence 18)
Language
German
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König, der die Stufen des Thrones betritt, hat die Erkenntnis nach allen Richtungen hin zu vertreten, damit er mit voller Kraft väterlich für die Erziehung des Einzelnen zu sorgen im Stande sei. Sein Herz darf sich jedoch nicht erheben über das seiner Brüder, da er wie sie alle aus Staub gebildet , da ihm wie jedem seiner Brüder das Herz schlägt. Er bewegt sich ebenfalls innerhalb der Weltordnung und steht unter dem göttlichen Gesetze, für das er einsteht, für das er kämpft und stirbt." (5. M. 17., 19, 20.) „Um so größer muß die Ehrfurcht und Liebe des Volkes zu feinem Fürsten sein, da seine Aufgabe so schwierig." (Ketuboth 17.) „Fürchte also Gott und den König." (Spr. 24., 21.) „Selbst der Prophet, der Gottes Wort verkündet, ist nur ein Sendbote Gottesund des Königs und muß sich vor diesem bücken." (Maim. H. Melachim 2., 1.) „Wenn daher der König ruft, muß jeder bereit sein für König und Vaterland zu sterben." lMaim. H. Melachim 5, 6, und Syphri.) „Einen erhabenen Zweck haben die Thaten des Königs, sein Dichten und Trachten geht dahin, die Wahrheit zu verbreiten, die Welt zu erfüllen mit Gerechtigkeit, zu lähmen die Arme der Ungerechtigkeit, zu streiten für Gott und Vaterland. Unser König soll daher vor uns herziehen und unsere Kriege sichren." (Maim. H. Melachim 4.. 10.) V. Schlußwort. „Kommt her ihr Kinder und hört auf mich, Gottesfurcht will ich euch lehren. Wer ist der Mann, der das wahre Leben liebt, der sich nach jenen Tagen sehnt, das ewig Gute zu erschauen? Bewahre vor Bösem deine Zunge, vor trügerischen Reden deine Lippen, schaffe Gutes, suche auf den Frieden und strebe ihm nach " (Psalm 34., 12.) Das ist der Weg, der zum wahren Menschen führt. Jeder sei vollkommen in seiner Weise, ein Vorbild und Lehrer seinen Kindern, ein freier Bürger im Staate, eine edle Kraft im Kreise der Gesellschaft, Lehrer und Schüler des Andern. „So ziehet, ziehet hin durch die Thore; ebnet dem Volke den Weg; bahnet, bahnet die Straße, schaffet fort das Gestein, erhebet ein Panier der Völker!" (Jes. 62., 10.) „Wache auf, wache auf, zeige dich in deiner Größe Zion, zeige deine Herrlichkeit Jerusalem, du heilige Stadt, kein Unreiner ziehe ferner ein bei dir. Schüttle ab den Staub, erhebe dich aus der Gefangenschaft, schüttle ab die Fesseln von deinem Halse, du geknechtete Tochter Zions. Wie lieblich widerhallt es auf den Bergen, die Fußtritte des Verkünders — er verkündet Frieden, verkündet Gutes. Er verkündet Heil dir und spricht zu Zion: Dein Gott herrscht. Deiner Wächter Stimme, die traute Stimme, sie ruft, sie alle jubeln dir entgegen; das Auge, ja das Auge sieht, wie der Herr einkehrt in Zion. Der Herr offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, er zeigt ihnen die Grundfesten der Erde, er hilft. Weichet, weichet, ziehet aus von dort. Kein Ungeweihter lege Hand ans Werk, reinigt euch, ihr Träger heiliger Waffen. Nicht mit Haß im Herzen ziehet einher, und fliehet nicht feige. Vor euch ziehet Iah und der Gott Israels beschließt den Zug." Licht brennt in deiner Seele, das reinste Licht der Erkenntnis, deine Waffe ist das Wort, der Gedanke deine Schutzwehr. „Brich auf! erleuchte! Denn dein Licht naht und die Herrlichkeit Iah strahlt aus dir. Denn sieh! noch bedeckt Finsternis die Erde und Dunkelheit die Völker. Dich aber erleuchtet der Herr und seine Herrlichkeit offenbaret sich durch dich. Da wandeln die Völker in deinem Lichte und die Könige im Glanze deines Lichtstrahles." (Jes. 60., 1—3.)

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