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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-06-01 · Heft 6 (1.6.1883) · p. Seite 133

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 6 (1.6.1883)
Date
1883-06-01
Page
Seite 133 (sequence 13)
Language
German
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133 ist der Mensch verloren. Ist dieser innere Vorzug hin, verdirbt er, dann war's durch Weisheit nicht." (Job. 4, 17), „Du bist Staub und mußt zu Staube werden." (1. M. 4, 19.) „Der Geist nur erhebt den Menschen und macht ihn zum Menschen. Durch die Befähigung zu denken, ist er im Stande das ganze Leben zu überwachen, die Triebe zu leiten und zu pflegen, seine Bedürfnisse zu regeln und die Wohlfahrt des Lebens zu fördern. Dies ist seine heilige Pflicht. „Hüte dich und bewahre dein Leben." (5. M. 4, 9.) „Dieses Gesetz verpflichtet den Menschen seinen Körper als ein Gebilde Gottes zu betrachten, ihn sorgfältig zu pflegen." (Berachoth 32b.) Nicht nur äußerlich soll der Körper rein gehalten werden. Noch wichtiger ist es die Nahrung, die er aufnehmen soll, mit Vorsicht zu wählen. Nichts Unreines, nichts Schädliches darf ihm zugeführt werden. „Der Ewige, euer Gott ist heilig und heilig müßt auch ihr sein." (2. M. 22, 30. 3. M. 1, 44.) Die Erkenntnis lehrt den Menschen unterscheiden, was die Wohlfahrt des Lebens fördert und was die Gesundheit zerrüttet. Diese Lehre liegt jedem auf und jeder soll sich bemühen, sie zu erfassen und sich anzueignen. Sie lehrt uns unterscheiden, welches Vieh rein und unrein, welches Fleisch genießbar, und welches ungenießbar sei." 3. M. 11, 45, 46.) „Überhaupt ist Nettigkeit und Reinlichkeit, wie die Entfernung alles deß, was das Gefühl beleidigt, verletzt, die erste Bedingung die Gesundheit zu erhalten." i Makkoth l6>>.) „Der Ewige, dein Gott zieht durch dein Lager, Israel, deshalb muß alles heilig sein, daß er nichts Unanständiges da finde und sich von dir abwende." (5. M. 23, 15.) Immerhin ist der Körper verschiedenen Übeln unterworfen. „Nicht jeder Mensch kann sich eingehend nach dieser Richtung hin mit sich selbst beschäftigen und alles überwachen, was das Wohlsein und die Gesundheit fördert. Deshalb „darf der vernünftige Mensch nicht in einer Stadt wohnen, die keinen Arzt hat." lSynhedrin 17b.) „Wissenschaft führt zur Vorsicht, Vorsicht zur Mäßigkeit, Mäßigkeit zur Sittlichkeit, Sittlichkeit zur Frömmigkeit, Frömmigkeit zur Scheu vor Vergehen, die Scheu vor Sünde zur Heiligkeit." (Aboda Sarah 20b.) 3. Das Mitgefühl. „Als Mosis die Schafe seines Schwiegervaters Jethro in der Wüste weidete, entsprang ihm ein Schäfchen. Er verfolgte dasselbe. — Und sieh! es eilte hin zur Quelle, ließ sich dort ruhig nieder, trank und wartete bis Mosis dahinkam. Da sprach Mosis: Gutes Lämmchen, wahrlich, ich habe dich unisonst verfolgt. Ich wußte nicht, daß dich Durst zur Quelle trieb. Du bist müde, kannst nicht zur Heerde zurück. Und er nahin es auf seine Schultern und trug es zur Heerde zurück. Da sprach Gott: Mosis! Du hast Mitgefühl, du kennst den Zustand der dir anvertrauten Schafe. Du bist auch der Würdigste, Hirte meiner Heerde, der Kinder Israels zu sein." (Midrasch Rabb. 2. B.) Der Mensch dringt mit seinem Fühlen und Denken tief in das Wesen, wie in die Lebensverfassung aller ihm untergeordneten Geschöpfe. Er kann sich in die Lage jedes einzelnen Wesens versetzen. Das Gefühl der Verwandtschaft kann nur er durch Gedanken festhalten und sich versinnlichen. Den Urstoff hat der Mensch gemein mit den Tieren, auch das Gefühl, aber um das Bewußtsein, um den Seelenadel steht er höher. Deshalb hat ihn auch Gott über das Tier gesetzt, daß er demselben ein Beschützer werde und nicht dasselbe quäle. (B. Mezia 32b.) Die Liebe Gottes erstreckt sich mit gleicher Sorgfalt auf das niedriegste Geschöpf, wie auf das höchste, den Menschen- „Gott gedachte des Noah und aller

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