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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-05-01 · Heft 5 (1.5.1883) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 5 (1.5.1883)
Date
1883-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 bildlichen Redeweise nicht herausgefunden werden — aber so wird es doch wol nicht gemeint gewesen sein. Es kann Jemand ein ganz achtenswerter und sogar auch sehr gelehrter Mann sein, ohne gerade große Belesenheit in dem jüdischrabbinischen Schrifttume zu besizen, aber wenn man mit Belehrungen darüber in die Öffentlichkeit hinaustritt und sich dazu berufen glaubt, ein inaßgebendes Urteil über die Leistungen Anderer auf diesem Gebiete aussprechen zu dürfen, so muß man vorsichtig genug sein, es mit keinem Worte zu verraten, daß man noch Elementarkenntnisse der jüdischen Literaturwissenschaft sich nicht in genügendem Maße angeeignet hat. Die übrigen mit sorgsamer Umsicht und fleißiger Hand zusammengetragenen Mitteilungen bilden einen recht schätzbaren Beitrag zur Geschichte des israel. Gemeinde in Frankfurt a. M., dem die Sachkenner die gebührende Würdigung nicht versagen werden. Wien, im April. W. Kuflisch-Hebräislhrs Archiv. Dokumente und Materialien zur Geschichte der Hebräer in Rußland. Bd. l. u. II., Dokumente und Regesten zur Geschichte der lithanischen Hebräer (1388—1569), gesammelt und edirt von S. A. Berschadskij, St. Petersburg 1882. Diese Urkundensammlung, die mit dem, den Juden in Trocki und Brest verliehenen Privilegium des Großfürsten Witold von Lithauen vom Juni—Juli 1388 eröffnet wird, bildet die erste sichere Grundlage zu einer Geschichte der lithauischen Juden im 14.—16. Jahrhundert, bis zur Einverleibung Lithauens in Polen (der sog. Ljnblinschen Union, 1569). In der Vorrede erklärt Hr. Berschadskij, daß die bis jetzt noch unedirten Urkunden, welche in den vorliegenden zwei Bünden die überwiegende Mehrzahl ausmachen, aus den Aktensammlungen der sog. Lithauischen Metrika und den Centralarchiven in Wilna und Kijew geschöpft sind. Die vorliegende, aus 662 Urkunden und Regesten bestehende Sammlung enthält sowohl Dukumente allgemeiner Art, wie z. B. Privilegien, Statuten und Gesetze, königliche Sendschreiben und sog. Universale, die auf die ganze lithauische Judenschaft, oder ans gewisse Provinzen und Gemeinden Bezug haben, als auch solche, die auf Privatinteressen sich beziehen, wie z. B. juridische Akte. Von Letzteren sind nur die unedirten und wichtigeren in extenso mitgeteilt; von den bereits anderwärts veröffentlichten oder minder wichtigen sind blos Regesten gegeben, was man nur billigen kann. Aus der, dem ersten Bande von dem Redakteur des Archiv's, Herrn A. Harkavy, beigegebenen Einleitung erfahren wir, daß auf seinen Vorschlag hin, der Verein für hiesige jüdische Kultur beschlossen hat, dieses Organ für die Geschichte seiner vaterländischen Glaubensgenossen zu gründen, und zwar in Anbetracht dessen, daß den ausländischen Gelehrten, welche die allgemeine Geschichte der Juden behandeln, die russischen Geschichtsquellen zumeist unbekannt und unzugänglich seien. Es wäre nur zu wünschen, daß diese Sammlung auch in einer ausländischen Sprache, namentlich in der deutschen, in welcher die Geschichtswerke von Jost, Grätz, Cassel u. s. w. erschienen sind, bearbeitet werden möchte. In derselben Einleitung hebt Herr Harkavy einige Momente hervor, um die Wichtigkeit der vorliegenden Urkundensammlung zu zeigen, und verspricht für die folgenden Bände des Archivs, außer der Fortsetzung der von Herrn Berschadskij gesammelten Dokumente, noch folgende Arbeiten: eine Zusammenstellung des auf die Juden Bezüglichen in russischen Chroniken und anderen russischen Quellen;

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