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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-03-01 · Heft 3 (1.3.1883) · p. Seite 68

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 3 (1.3.1883)
Date
1883-03-01
Page
Seite 68 (sequence 20)
Language
German
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68 Jehuda b. Menachem wurde sogar von Ort zu Ort geschleift. Sämmtliche Juden der Umgegend konnten nur durch ein Lösegeld ihr Leben retten. Dem Kaiser Friedrich dem Rothbart mußten die Juden 500 Gulden und dein Erzbischof Philipp Graf von Heimsberg 4208 Gulden geben. (Fortsetzung folgt.) Krakauer Briefe von vr. D u s ch a k. II. Der Antisemitismus ist leider auch nach Polen gekoinmen. Antisemitismus gehört ja nur mehr bei den Jaffetiten und Hamiten zur Kultur; diese Kulturpflanze, wenn auch aus dem den Polen mißliebigen Deutschland importiert, gedeihet nunmehr auch hier. Merunowicz hat sich zur nwdernen Judenpolitik bekannt und treibt Stöckerische Tendenzen. Im vorigen Landtage brachte M. seine Anschuldigungen hinsichtlch der Matrickenführung im Landtage vor. Die Beamten, denen die Oberaufsicht über die Matrickenfiihrung obliegt, untersuchten die Angelegenheit, und es stellte sich heraus, daß die Anklage falsch sei. Nun brachte M. die Blutbeschuldigung vor. Wo Hunderte lügen, verleumden, Unwissenheit und Dummheit an den Tag legen, darf ein M. auch nicht zurückbleiben. Derselbe berief sich auf den Fall in Ungarn; die jüdischen Deputirten forderten von ihm Beweise dieser Schuld, er berief sich auf die Zeitungen. Es ist zu bedauern, daß diesem Ankläger, nicht das Wort entzogen worden. Der Landtagsabgeordnete, welcher in Lemberg zuerst mit der Maske des Wohlwollens, dann aber mit offenem Bisir als Feind gegen die Juden auftrat und geharnischte Reden ä la Stöcker hielt, hat seine Lunge so lange in Bewegung gesetzt, bis er endlich Blut gespuckt hat; er hat die eckelhafte Blutgeschichte mit allen ihren dummdreisten Folgerungen aufs Tapet gebracht. Es ist nichts Neues auch unter der polnischen Sonne. Boleslaw Pius, Herzog von Kalisch, hatte den Juden ein Privilegium aus 86 Paragraphen erteilt, worunter §. 1 lautet: Den Bestimmungen des Papstes gemäß verbieten wir strenge im Namen des heiligen Vaters, die in unserm Lande wohnhaften Juden des Gebrauches von Menschenblut zu beschuldigen. Wird aber ein Jude von einem Christen wegen Tödtung eines Christenkindes angeklagt, so muß er von drei christlichen und drei jüdischen Zeugen überwiesen werden, und dann wird er bestraft. Wird er aber nicht überwiesen, so ist diejenige Strafe über den Ankläger zu verhängen, die der Jude hätte erdulden müssen. Auch Polen war von diesein Wahne, welcher das christliche Mittelalter beherrschte, nicht frei. Durch ihre Schriften suchten in späterer Zeit weltliche und geistliche Schriftsteller diese Lügen zu beweisen und zu verbreiten. So Ltanislaw Lwowcsyk, de sanctis interfectis a Judaeis, 1543. Szymon AlexanderHubiki. Zydowskie Okrucienstwa 1602, jüdische Gräuelthaten. 8ebastian Miczynski (Zwierczaalo) Korony Polskie 1618, Spiegel der polnischen Krone. Przeclav Mojecki (Zydowskie) Okrucienstwa mordi

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