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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-03-01 · Heft 3 (1.3.1883) · p. Seite 57

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 3 (1.3.1883)
Date
1883-03-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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57 platze zu Lissabon ein mächtiger Scheiterhaufen errichtet, den 150 bereits jahrelang eingekerkerte und gemarterte Marranen besteigen sollten. Doch die Vorsehung wachte diesmal über die Unglücklichen, daß sie für eine Summe, die die Kosten manches Krieges übersteigt, von Papst Clemens VIII. begnadigt wurden, nachdem sie sämmtlich im Büßergewande zum Scheiterhaufen hingepilgert waren und ihre Schuld öffentlich bekannt hatten. Ja, die Vorsehung wachte diesmal, daß das Schreckliche nicht zur Ausführung kam; denn unter den zum Tode Verurteilten befand sich auch ein Mann, der der Vater eines damals einjährigen Kindes war. das berufen war, später eine große, glänzende Rolle in und für Israel zu übernehmen. Unter den Verurteilten befand sich nämlich auch Josef ben Israel, der Vater des damals einjährigen Menasse, später so berühnit gewordenen: Rabbi Menasse ben Israel, den ich Ihnen nun, m. H., in Folgendem vorführen werde. (Schluß folgt.) Hrundgeimn«- der MMschtakmudischm MM von Oskar Waldeck. V. Gottes Haus. „Jakob erwachte ans seinem Schlafe und sprach: Wahrlich Gott ist an diesem Orte und ich wußte es nicht. Er fürchtete sich und sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort. Es ist nicht anders, das ist Gottes Haus, das ist das Thor des Himmels. Und er nannte den Ort Gottes Haus." (1. M. 28, 16, 17,^19.) Die heilige Scheu, die ehrfurchtsvoll erhaben das Herz stimmt und die Seele hinaus trägt aus dem Bereiche des alltäglichen Lebenswechsels, sie taucht ans und vergeht und kehret immer wieder. Wer dies Gefühl nicht kennt, war noch nicht Mensch gewesen. Dieses Gefühl verbindet unsere Herzen und vereinigt unsere Seelen. Wie weit wir im Leben auch auseinader gehen mögen, den Gott, der da sprach: es werde Licht, den haben wir gemein. „Ja mein Volk ist es, Kinder, die nicht treulos sind, spricht der Herr." (Jes. 68, 9.) Dieses gemeinsame Gefühl, das jeder in seinem Herzen trägt, jener Funke Begeisterung, der das Leben fortreißt und im Drange nach Wissen zu einem Flammenmeer anwächst und Begeisterung schafft und nährt, es wird mit uns geboren, macht jeden Einzeln von uns frei und erhebt uns in die gemeinsame ideale Welt. Gott kennt die Herzen, er durchschaut sie und ruft den Menschen zu: „Ihr sollt mir bauen ein Heiligtum, daß ich wohne in eurer Mitte." Mit welcher Bereitwilligkeit legt nicht der edle Mensch einen Teil seiner Habe auf diesen gemeinsamen Altar der Menschheit. Wo es einen Altar, eiir Gotteshaus bauen gilt, „da bringen die Leute mehr als hinreichend ist zum Gebrauch des Werkes, das Gott zu errichten befiehlt. (2. M. 36, 5.) Wer dann diese Schwelle betritt, um einzukehren in dies Gotteshaus, dem schlägt das Herz dann wunderlich mild. Eine Stimme ruft in unserem Herzen: „Gott, ich liebe die Wohnung deines Hauses, den Ort, wo du erhaben thronst," und die Lippen flüstern andächtig.

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