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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-02-01 · Heft 2 (1.2.1883) · p. Seite 47

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 2 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 47 (sequence 23)
Language
German
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4? wachsene weibliche Jugend System, Richtung und Ziel zu geben vermag. Wir finden in diesen Vorträgen eine wahre Fülle von frischen, fruchtbringenden Ideen, Lehren nnd Anweisungen der Erziehnngskunde in ihrer geschichtlichen Entwicklung, die den Leser zum tiefen Denken anregen nnd ihn für ihr Vorhaben mitreißen. Es sind tiefe, selbstempfundene Erfahrnngssätze, die hier anfgestellt nnd in ihrer vollen Bedeutung vorgeführt werden; Worte, die nicht unbeachtet bleiben dürften. Der erste Vortrag S. 3—37 spricht von den Anfängen, den Grundlagen der Erziehung und ihrem Ziele. Das Haus wird als erste Stätte derselben mit Nachdruck hervorgehoben. Wie wahr sind ihre Worte S. 7: „Der erste Zuschnitt ist nicht verdorben, weil diese oder jene Unterrichtsmethode herrscht: er ist bereits verdorben, ehe noch eine Unterrichtsmethode an das Kind herantritt, denn die eigentliche Erziehungsanstalt ist nicht die Schule, sondern das elterliche Haus." S 17 sagt sie richtig: „Die erziehlichen Einflüsse außerhalb und neben der Schule, wie sie unsere Dichter und Denker auf die Nation ansgeübt, werden wohl in der Geschichte der Pädagogik inimer mehr beachtet." Weiter S. 18: „eine Geschichte der Pädagogik kann heutzutage nicht mehr die Einflüsse unterschätzen, die außerhalb nnd unabhängig von der Schule als erziehliche Mächte an den Menschen herantreten " 3. 25 spricht sie vom Ziel der Erziehung und bezeichnet die Erziehung zur Humanität als das zu erreichende Ziel der Erziehung für den Einzelnen und für die Gesammtheit. Das weibliche Geschlecht sei berufen, in diesem Sinne seine Erziehungsaufgabe in der Familie aufznnehmen. Der zweite Vortrag von S. 31—49 hat die geschichtliche Entwicklung der Erziehungsprinzipien von Rousseau bis Fröbel zum Gegenstand. Eine lichtvolle Darstellung wird auch hier den Leser erfreuen. Das Resultat des großen Geschichtsganges gipfelt bei ihr S. 38 in dem Satze: den Weg zu besch reiten, der vom Ausgangspunkt des Naturmenschen bis zum humanen führt, ist Aufgabe der Erziehung für den Einzelnen." Mich zog besonders S. 35 an, daß die Culturvölker den Naturzustand niemals verlassen, sondern ihn nur veredlen, durchgeistigen können. Ebenso S. 49: „daß wahrhafte, echte Bildung nicht in der Verleugnung der Naturbedingungen, sondern in ihrer Vergeistigung bestehe." S. 37: „Der Naturmensch nnd der humane Mensch stehen einander vielfach nahe. Rousseau's Naturmensch nnd Lessing's Nathan sind nicht nur Genossen ein nnd derselben Zeit, sie stehen einander näher als der Franzose und Deutsche unserer Zeit." Viel Wahres hat die Parallele zwischen Rousseau und Frvbel S. 48: „GleichRousseau gieng er auf die allerersten Stadien der Kindheit zurück. Beiden ist der Anfang des kindlichen Lebens der Anfang der Erziehung." Am Schlüsse der Vorträge ist ein Anhang beigefügt, der die Motive nnd Lehrpläne der Anstalten der Verfasserin enthält. Möge das Buch sich der weitesten Verbreitung erfreuen, es ist wert, in jedem Hause gelesen und beachtet zu werden. Dr. H. liniere Gemeinde. Vortrag zum Besten der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, gehalten zu Berlin am 10. Jan- 1881, von H. Mako wer, Jnstizrath. Posen. 1881. Verlag von Joseph Jvlowiez. Diese höchst interessante Vorlesung, die man einen Führer durch die

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