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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-02-01 · Heft 2 (1.2.1883) · p. Seite 48

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 2 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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48 Berliner israelitische Gemeinde nennen kann, lehnt nur an die Geschichte der Juden in Berlin an, um ein Bild der Thätigkeit der Gemeinde in der Gegenwart zu entfalten. Einige statistische Daten verdienen besonders hervorgehoben zu werden, so, daß von dem Austrittsgesetz <28. Juli 1876) aus religiösen Bedenken 83 Juden in Berlin Gebrauch gemacht haben, wovon nur 8 steuerzahlend waren. Die Anzahl der wahlberechtigten Gemeindemitglieder beträgt 7243. Die Gemeindebehörden sind der Vorstand und die Repräsentanten, welche sich etwa zu einander verhalten wie Magistrat und Stadtverordneten - Collegium. Diese Behörden wählen ans ihrer Mitte Commissionen, welche die Institutionen der Gemeinde zu überwachen und für Deckung der einschlägigen Ausgaben zu sorgen haben. Richtig hebt Herr Justizrath Makower hervor, daß diejenigen Veranstaltungen, welche der Religion dienen, die Hauptsache der jüdischen Gemeinde bilden. Die Shnagoge in der Heidereutergasse wurde 1712—1714 erbaut, die in der Oranienburgerstraße 1866 eingeweiht. Auch in der Kaiserstraße befindet sich ein gemiethetes Bethaus und sind im Ganzen in diesen Gotteshäusern 5232 Plätze. 4 Shnagvgen werden von der Gemeinde unterstützt. Die Berliner israelitische Knaben- und Mädchenschule werden sehr von armen Kindern besucht, so sind in der Knabenschule mit 8 Stufen und 13 Klassen von 675 Schülern nur 210, und in der Mädchenschule mit 6 Stufen und 9 Klassen von 369 Schülerinnen nur 130, die Schulgeld entrichten. Sehr hervorzuheben ist, daß Herr Jnstizrath Makower die Beförderung der Kenntnis des Judentums, Anlegung von jüdischen Bibliotheken und Begünstigung literarischer Erscheinungen mit als eine Aufgabe der jüdischen Gemeinden bezeichnet. Ein Gedanke,' den sich besonders die Herren Vertreter der israelitischen Gemeinden sehr zu Herzen nehmen mögen, zumal er von einem ihrer Collegen kommt. (Wien.) Am 7. Jannar verstarb dahier Herr Leopold Ritter von Wertheim st ein, welcher am 24. Oetober 1881 unter Beteiligung hochangesehener Kreise der Wiener Bevölkerung seinen achzigsten Geburtstag feierte. Cr war 30 Jahre hindurch Präses der hiesigen israel. Cultusgemeinde und wirkte gemeinsam mit unserm unvergeßlichen Prediger Mannheimer bei der Constituirung und Entwicklung derselben und half Reformen im Gottesdienste einführen, die bahnbrechend für Österreich-Ungarn sich erwiesen haben. Herr von Wertheimstein stammt aus einer seit dem Jahre 1791 durch Kaiser Leopold II. geadelten jüdischen Familie und war ein Urenkel des berühmten Samson Wertheim aus Wien. Am 9. Januar fand unter großer Beteiligung sein Leichenbegängnis statt. Briefkasten. Herrn 8. in B, H. in F, 0. W. in W, Dr. F. in K, D. S. in B. Wir bedauern ans Raummangel Ihre gesch. Beitrage erst später zum Abdrucke bringen zu können und bitten um Entschuldigung. Den übrigen Herren Mitarbeitern beehren wir uns mitzuteilen, daß alle nicht znrückgeschickten Arbeiten Aufnahme finden werden, doch müssen wir um Geduld bitten, wenn wir zu unserm Bedauern nicht immer in der Lage sind, so schnell, wie wir es selber wünschten, die Aufsätze abdrucken zu können. Die Redaktion. Inhalt: Der Kampf gegen den Talmud. Bortrag von Or. N. Brüll. — Spinoza. Bon Oe. Rothschild. - Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Briefkasten. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: ve. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Aufsarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein) sämmtlich in Frankfurt am Main.

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