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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-02-01 · Heft 2 (1.2.1883) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 2 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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46 lutionsgeschichte entnommen ist, die Begeisterung einer für Freiheit schwärmenden Frau entgegen, die ihren Manu, einen feigen Spion, verriet, töten ließ und nicht duldete, daß mit ihrem Wissen die Freiheit geschändet werde. Sie selbst, die später bei Komorn von Kugeln getroffen und von Bajonetten durchbohrt. zusammenbrach, schreitet vor ihrem Tode wie ein lebendiges Heldengedicht, strahlend von Schönheit, mit der Tricolore einem Honvedbataillon voran. Sehr anziehend ist die Erzählung: „Der Handel mit Namen". Durch den Erlaß Joseph's des II. mußten die Juden Familiennamen führen. Die Beamten nutzten die Eitelkeit der Juden, einen möglichst schönen Namen zu führen, aus und trieben Schacher mit denselben. Wer brillant zalte, bekain einen brillanten, wer gut zalte, einen immerhin noch annehmbaren und wer nichts zalte, einen sehr bescheidenen, oft unangenehmen Beinamen. Gegen geringe Summe mußte die Geographie aushelfen und Arme wurden gewönlich zu Pfeffer, Essig, Ameisen und dergl. verdammt. Besonders gut ist der windschiefe, halb blinde Kanzelist Krummholz gezeichnet Die Inden boten damals das Reich des Himmels und der Erde auf, um ja nur schöne Namen ausfindig zu machen. Der Schlaf wich Nachts von ihren Augen, die Tochter des Hauses hatte gewönlich dem prosaischen Vater ihren ganzen poetischen Haus schätz an die Seele gebunden. Sonneglanz und Blumenthal, Löwenmut und Lichtenstern, letzter Name besonders wegen seiner Halbverwandtschaft mit Lichtenstein, standen hoch im Course. Viel niußte der arme Absalom leiden, als Sonneuglanz ging er ins Kreisamt, und als Gans kehrte er heim, nachdem er die Metamorphose durch Kerzenschein, Zuckerhut, Eisenstein, Knoblauch, Ohrenbläser durchgemacht, wenn er auch feinem Ingrimm hierüber Ausdruck gab, indem er dem Kreishauptmann zuruft, „Statt Nudelach (eine Mehlspeise) sollen sie essen Hobelspäne und statt Tabak sollen sie schnupfen Streusand." An der letzten Erzählung „Von Fenster zu Fenster", über die der Hauch der Poesie ausgegvssen ist, und in welcher Barom der Träumer und Genendel die Kluge, den Leser in fortwährender Spannung erhalten, ist uns ausgefallen, daß Sachor Masoch auf Seite 181 vom Aingwechseln beim Heiraten spricht, was unseres Wissens in den Gegenden, die der Verfasser schildert, nicht nur nicht üblich, sondern verpönt ist. Es blickt hier iit dem tüchtigen Kenner jüdischer Verhältnisse der Nichtjude durch. Die Ausstattung des Buches ist schön. Idee» über weibliche Erstehung im?usai»me»h»»ge mit dem IgÜem ikricdrich t'cöbels. Sechs Vortrüge von Henriette Goldschmidt. Leipzig. Verlag von Carl Reisner 1882. Frau IV-. Goldschmidt, eine edle Priesterin in den, Tempel für Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechts, die durch ihre Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und ihr Lyeeum für Damen rühmlichst bekannt ist, hat uns wieder mit der Veröffentlichung von sechs Vorträgen recht angenehm überrascht. Die unermüdliche Kämpferin für eine bessere, selbständige Stellung des weiblichen Geschlechts, hat diese sechs Vorträge im Winter 1881 in einem Kreise von gebildeten Frauen zu Leipzig gehalten, worin sie nachwies, daß Friedrich Fröbel nicht nur der R'efvrmator der kindlichen Erziehung, sondern auch der Schöpfer einer Erziehnngslehre gewesen, die dem Fortbildungswesen für die er-

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