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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-02-01 · Heft 2 (1.2.1883) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 2 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 lung wird durch den Geist echter Humanität, der alles Gesprochene durchweht, stets denkwürdig bleiben. Aus Brilon wird uns mit Bezug auf den Artikel „Der jüdische Religionsunterricht in den Landgemeinden (Monatsblätter Jahrg. 8, Nr. 1,S. 11) geschrieben: In hiesigen Kreisen befinden sich neben anderen Gemeinden Madfeld, Beringhausen, Padtberg, Alme und Bigge überhaupt ohne Lehrer. Die Kinder wachsen ohne jede religiöse Erziehung auf und durch diese Misstände haben sich Juden den Spott ihrer christlichen Mitbewohner gefallen lassen müssen. Auch sind Störungen im Gottesdienste, von den jüdischen Gemeindemitgliederu selbst veranlaßt, vvrgekommen. Dies alles sind nur Folgen der Unwissenheit, man kann unter den obwaltenden Umständen weder Andacht zum Beten haben, noch etwaige Angriffe znrückweisen. Diese Übelstände sind schreiend. Möge ihnen bald abgeholfeu werden. Wir schließen diese unsere erste Mvnatsschan, indem wir in Wehmut jüngst Heimgegangener verdienter Männer gedenken, die jeder in seiner Art in engeren und weiteren Kreisen segensreich gewirkt haben. Dr. D. Ehrmann, zuletzt Religionsprofessvr in Brünn, früher Rabbiner in Knttenplan, Hohenems und Böhmisch-Leipa, l)r. Moritz Landsberger, Rabbiner in Liegnitz, und Charles Netter, der zu Jaffa, wo er eine Schule gegründet, plötzlich vom Tode dahin gerafft wurde. Hleferate und Wttleitungen. Heue Äudengeschichten von Sachor-Ülasolh. Leipzig 1881. Verlag von C. L. Morgenstern *) Man könnte leicht durch den Titel des Buches verleitet werden zu glauben, es gehöre mit zu jenen Jndenzeschichten, die jetzt den deutschen Büchermarkt überschweminen, wenn, um uns eines Besseren zu belehren, nicht der Name Sachor Masoch genügte, der als ebenso tüchtiger Kenner, wie feiner Zeichner jüdischer Zustände in Polen und Ungarn rühmlichst bekannt ist. Es sind neue, teils kurze, teils längere Geschichten, die uns der Verfasser vorführt, und welche Alle durch poetische Anmnt, schlichte Einfachheit und ungezwungene Natürlichkeit sich auszeichnen. Die einzelnen Lebensbilder sind nicht gemacht, sie sind wahr und natürlich und tragen den frischen Schmelz der Wirklichkeit an sich. Besonders hervvrznheben in der zweiten Erzählung „ein Aufgeklärter" ist die Gestalt des von Toleranz erfüllten Aburel Rechen's, der die gefundene Wanda mit dem goldenen Kreuze, die er als Zippvrah erzogen, in dem Momente als schon getauft bezeichnet, wo zwischen ihr und einem Christen, die sich lieben, nur noch die Cvnfession als ein unüberwindliches Hindernis trennend im Wege steht. Zeigt uns Aburel Rechen die. Toleranz im,. Stillleben und die Anerkennung und Heilighaltnng einer anderen religiösen Überzeugung, so tritt uns in der „Deborah von Nagy-Nemethy", deren Stoff wvl der ungarischen Revv- *) Herr Freiherr von Sachor-Masvch begirng am I. Januar sei» jähriges Schriftsteller- Jubiläum, wozu wir ihn« die herzlichste» Glückwünsche aussprecheu.

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