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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-02-01 · Heft 2 (1.2.1883) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 2 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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41 einen von Eusebius mitgeteilten angeblichen Briefwechsel zwischen Jesus und dem Könige Abgarus von Edessa in Mesopotamien beruft, schlägt er vor, also zu lesen: Copie des Briefes Unseres Herrn Jesu, ruhmreich und anbetungswert. Geschrieben von Abgarus, König von Edessa. Am 16. November 1882 richtete derselbe Gelehrte folgendes Schreiben an den Rabbiner von Abauj-Szanto, der im Aufträge einer am 5. Juli 1882 in Pest abgehaltenen Versammlung, sich von Universitäten und christlichen Gelehrten Gutachten erbeten in Bezug auf die Blutfrage. (Dieselben sind unter dem Titel „Christliche Zeugnisse gegen die Blutbeschuldigung der Juden" in Berlin bei Walther & Apolaut erschienen und enthalten vier Gutachten von theologischen Facultäten, zwei Äußerungen von Bischöfen und sechzehn Briefe von gelehrten christlichen Professoren. Diese Schrift verdient weite Verbreitung.) „Unter allen Verleumdungen, welche den Haß und den Fanatismus genährt haben, ist jene sicherlich die absurdeste, welche von den Juden behauptet, daß sie Morde begehen, um dadurch den Grundstoff jür blutige Festmale zu erhalten- Einer der characteristischen Züge der israelitischen Religion ist das Verbot, sich des Blutes für die Nahrung des Menschen zu bedienen. Diese Vorsicht, welche in einer gewissen Epoche vortrefflich war, weil sie Achtung vor dem Leben einflößte, ist von dem Judentums mit einer außerordentlichen Gewissenhaftigkeit gewahrt worden, selbst in Epochen und im Zustande der Civilisation, wo sie nur noch ein Hemmnis war. Und da will man, daß der fromme Israelit, welcher eher vor Hunger sterben und lieber das Martyrium erdulden würde, bevor er auch nur das kleinste Stück blutigen Fleisches genießen möchte, daß er sich mit Blut bei religiösen Gastmalen gütlich thue? Es ist eine monströse Albernheit. Ich bin überzeugt, daß keine einzige der Erzälungen über die angeblichen blutigen Ostern eine reelle Grundlage besitzt. Nicht blos muß behauptet werden, daß jene Elenden welche sich eines solchen Verbrechens schuldig machen würden, die Vorschriften der jüdischen Religion übertreten hätten; ich gehe noch weiter und glaube, daß das fragliche Verbrechen auch kein einzigesmal begangen worden ist. Die menschliche Einbildungskraft ist, wenn es sich um Verleumdungen handelt, nicht sehr mannichfaltig. Die Fabel von geheimnisvollen, mit Menschenblut getränkten Festmalen war eine Kriegsmaschine, die man zu allen Zeiten gegen Jene erfand, tvelche ein blindes Vorurteil verderben wollte. Diese Verleumdung war auch die Ursache der traurigsten Verfolgungen gegen das Christentum. Gewiß, die christlichen Liebesmale wurden niemals durch eine solche Abscheulichkeit besudelt. Ebenso ist auch das jüdische Osterfest hierin ganz unschuldig. Es wäre des Christentums würdig, zu verhindern, daß man die Verleumdung, unter welcher es selbst so ungerechterweise litt, nicht auch gegen Andere ausbeute." Der Prediger der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, von dessen Talmudjuden die dritte Rede unter dem Titel „Wozu und von wem wurde der Talmud studiert" erschienen, hat auch ein kurzgefaßtes ethisches Glaubensbekenntnis über die Beziehungen von Juden zu Nichtjnden zusammengestellt, das also lautet: Auf Grund von Bibel und Talmud, in denen die schriftlichen Religionslehren des Judentums und die traditionelle Erläuterung und Entwickelung derderselben enthalten sind, anerkennen und bekennen wir als die religiös-sittlichen Grundsätze und unverbrüchlichen Moralgesetze, deren Beobachtung und Befolgung 4

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