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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-01-01 · Heft 1 (1.1.1883) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 1 (1.1.1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 Regengüsse auf Grünes, wie Platzregen auf Kraut. Wenn ich anrufe den Namen Iah, erkennt die Große Gottes." (5. M. 20, 2. 3.) Wenn die Maiensonne ihre Strahlen um die Erde zieht und tausend Geschöpfe aus dem Schoße der Erde herauslockt, die Bäume mit frischem Laub sorgfältig schmückt, sehen wir den Finger nicht, der in dieses geheimnisvolle Leben greift. Grashalm reiht sich an Grashalm und wie ein Teppich ausgebreitct dehnen sich in die Weite die grünen Matten der Fluren, die geschmückt mit den schönsten Blumen, besetzt mit perlenden Thautropfen, in der Morgensonne so wunderbar blitzen. Da fließt so leise ruhig der Luftstrom und senkt und hebt das Reich der Halmen auf dein Saatfelde. Dort fliegt um die Blumenkronen die geschäftige Biene und verbirgt sich im Blütenstanb, sucht nach honigreicher Nahrung, befruchtet dabei so manchen Blumenkelch, dem Staubgefäße fehlen. Auf den Zweigen der frisch belaubten Bäume zwitschern bunt befiederte Vögelschaaren und vertilgen die schädlichen Raupen, die das junge Reis entblättern. Tief unter dem Boden wühlt der Maulwurf nach Engerlingen, die an der Wurzel der Feldfrüchte nagen. Das sieht das Auge und das Herz bewundert's. Da ist alles That, alles Werk, alles Schöpfung und den Meister siehst du nicht. Schon trübt sich der Horizont und gewitterschwere Wolken steigen auf. Vom Sturme getragen wälzen sie sich herauf und auf den zündenden Blitz folgt des Donners Geheul. Ein heftiger Regenguß tötet die zahllosen schädlichen Insekten, indes; jeder Tropfen ein lächzendes Leben labt und ernährt, das sich behaupten will, um die Weltordnung zu führen. Wo ist das Wesen, das mit so furchtbarer Gewalt der Erde Mark erschüttert und ewig wieder das Werk der Schöpfung verjüngt. Da liegt die Gedankenwelt vergraben, da liegt das erlösende Wort: „Es werde Licht." „Die Geisterwelt ist nicht verschlossen. Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot. Versetze dich hinein in diese Geisterwelt und die ruft dir entgegen: „Ich bin Iah, der dich heransgeführt aus dem Lande Egypten, aus dem Hause der Sklaven. Du sollst neben mir keinen andern Gott haben. Sollst dir kein Abbild machen von irgend einer Gestalt." (2. M. 20, 2. 3.) Aus diesen Werken spricht dein Gott zu dir und belebt dein Geinüt, befreit die geistige Welt, die tief im Herzen schlummert, die Erkenntnis, die im Leben verborgen liegt „Denn ein Gott des Wissens ist Iah." (1. Sam. 2, 3.) Das gebildete Herz, der geläuterte Sinn und der geweckte Gerst, den erfreuet das Werk der Schöpfung, der ruft voll Bewunderung aus: „Wie groß sind deine Thaten Herr, fest stehen deine Gedanken. Der Einfältige weiß es nicht und der Thor achtet nicht darauf." (Psalm 92. 6. 7.) „Der rohe Mensch kennt nicht Scheu vor Sünde, der Unwissende weiß nichts von Frömmigkeit." (Abboth 2, 15.) „Nicht verborgen, nicht entlegen liegt dir die Erkenntnis, daß du sagen müßtest, wer steigt fiir uns in den Himmel und holt sie uns? Nicht jenseits des Meeres liegt sie, daß du sagen könntest, wer soll dahin ziehen und sie bringen? Nahe liegt dir das Wort, sehr nahe deinem Munde, sie liegt in deinem Herzen." (5. M. 30, 11—15.) „Auf denn, Hans Jakob, laßt uns wandeln im Lichte Gottes. Und sein wird es in späten Tagen, fast wird stehen der Berg des Hauses Gottes über alle Berge, erhaben über alle Hügel; zu ihm hinströmen werden alle Völker. Viele Stationen ziehen dahin und sprechen, auf! laßt uns hinaufsteigen auf den Berg Gottes, zum Hanse des Gottes Jakob, daß wir kennen lernen seine Wege und wandeln seine Pfade. Bon Ziyn geht aus die Erkenntnis, das Wort Gottes von Jerusalem." (Jes. 2. 5, 2—4.) „Dann wird voll der Erkenntnis sein die Welt, lute die Fluten das Meer bedecken." (Jes. 11, 9.) _ (Fortsetzung folgt.)

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