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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-01-01 · Heft 1 (1.1.1883) · p. Seite 20

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 1 (1.1.1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 trauen, das die Patriarchen aufrecht hielt, war nicht ausgestorben. Es lebte fort in jedem Einzelnen und kaum war das Volk iiber die Fluten des roten Meeres hinweg, da sang es froh und freudig: Mein Sieg und Saitenspiel ist Gott. Er war mir Errettung! Er ist mein Gott, ich will ihn anbeten; der Gott meines Vaters, ich will ihn erheben." (2. M. 15, 2.) Durch die ganze Menge zog ein Gedanke und ein Gefühl verband ihre Herzen, die freiheitstrunken unter der Leitung einer höheren Gewalt sich fühlten. Dieselbe Begeisterung erhöhte und veredelte ihre Kraft und zusammen traten die getrennten Glieder desselben Stammes, um in derselben Wahrheit den langersehnten Frieden und in der Eintracht die Glückseligkeit zu finden. Der Gott des Friedens, der Gott Abraham's und Jsak's und Jakob's zog vor ihnen einher in einer Wolkeusäule am Tage, sie des Weges zu leiten und des Nachts in einer Feuersäule, ihnen zu leuchten." (2. M. 13, 22.) Ihnen voran eilte der Ruf: „Steige hinan auf die Berge, Friedensbotin Zion's, mit Gewalt erhebe deine Stimme Friedensbotin Jerusalem's, sehet euern Gott" .... Er, der mit der hohlen Hand die Fluten mißt, mit der Spanne den Himmel umfängt, der den Staub der Erde mit dem Maß, der die Berge auf der Wage, in den Wagschalen die Hügel wiegt, der über der Erde festem Grunde thronen, wie einen Teppich spannt den Himmel und ausbreitet wie ein Zelt zu bewohnen, er weidet wie ein Hirt seine Herde, sammelt in seine Arme die Lämmer und hegt sie in seinem Schoße." (Jes. 41, 9.) Dieser Gedanke trug das Volk mitten durch die andern Völker und führte es in das Land der Väter zurück, wo Abraham und Jsak und Jakob ihre Zelte einstens hatten. Da fügten sich alle Naturmächte und unterwarfen sich dem ehernen Willen, traten in den Dienst der höheren Kräfte, die Iah, der Gott des Wissens, beseelte, „da vorüber zog dein Volk Iah, da vorüber zog das Volk, das du erlesen. (2. M. 15, 16.) Und das Volk sah die Hand Gottes und sie fürchteten Gott und glaubten an Gott." (2. M. 14, 31.) „Da ward Juda ein Heiligtum und Israel ein Reich. Das Weltmeer sah es und floh, der Jordan wich zurück. Die Berge hüpften wie die Widder, wie junge Lämmer die Hügel. Die Erde bebte vor dem Herrn, vor dem Gotte Jakob's, vor dem der Fels zum Teiche ward, der Kiesel zur Wasserquelle." (Psalm 117.) Alles trat in den Dienst des Herrn und die Elemente gezähmt gehorchten dem Volke, das von der Wahrheit seiner Erkenntnis geleitet dahinzog in das Reich des allgemeinen Friedens, in das Land der Freiheit und der süßen Eintracht. Der große Schöpfnngsgedanke, der das All umschlingt und die Ordnung in der Schöpfung zum ewigen Gesetze erhob, erleuchtete das Haus Jakob's, begeisterte das Volk Israel. Mächtig schlug das Herz des ganzen Volkes, das die Fesseln der egyptischen Knechtschaft gesprengt und neu belebt, ermutigt, voll der schönsten Erwartungen froh und heiter sich jin die Zukunft sehnte, da es voll den weiten Gefilden Moab's das herrliche Land, die schöne Heimat erblickte. „Vom Gipfel der Felsen schau ich nieder, von den Hügeln preise ich glücklich das Volk, das allein sicher wohnt, zu den Völkern sich nicht zählt, da es einzig von Iah geleitet lvird.Wer will zählen den Staub Jakob's, lver den vierten Theil Israels berechnen? O daß ich stürbe den Tot der Gerechten, daß mein Ende dem ihren gleiche." (4. M. 23. Raschi 9—11.) IV. Das erlösende göttliche Wort. „Hört ihr Himmel, ich spreche, Erde vernimm das Wort meines Mundes. Wie Regen fließet meine Lehre, wie Thautropfen träufelt meine Rede; wie

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