Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 jedem Einzelnen von ihnen vor. Schön war das Gefühl, schön war der Gedanke, der sie so innig verbunden und bestimmt hat, zu werden „ein Volk von Priestern, eine heilige Nation." Und Gott sprach zn Jakob: „Du sollst nicht mehr heißen Jakob, sondern Israel, Fürst und Regent." (Raschi M, 1. 35,10); denn eine Versammlung von Königen werden hervorgehen aus diesem Hause." (1. M. 35, 11.) Jeder Einzelne sei ein Priester, ein Fürst in seinem Hause. So tauchte auf der Geist, der vor der Weltschöpfung die ewige Nacht erfüllte und mit einem Worte: es werde Licht, eine Welt an die Stelle der namenlosen Oede setzte, im Herzen Abraham's und dieser Gott ward das Erbteil des Hauses Jakob's und der schönste und edelste Besitz Israels. Der Gedanke war da und wirkte fort und vererbte sich von Geschlecht auf Geschlecht, bis die Erkenntnis allgemein ward und die Wahrheit zu Tage förderte. „Wie lieblich sind ihre Wege, ihre Pfade durchzieht der Friede." Und der Segen Gottes folgte dem Geschlechte nach. „Ich werde segnen, die dich segnen," sagte der Herr zu Abraham. (1. M. 12, 2.) Diesen Segen erteilte Abraham dem Jsak und Jsak dem Jakob. Und als Jakob von seinen beiden Enkeln Abschied nahm, sprach er auch zu ihnen: „Gott, vor dein ich gewandelt und meine Väter, Abraham und Jsak, Gott, der mich gehütet hat von jeher, der Geist, der mich befreit hat von allem Bösen, segne die Knaben, daß durch sie genannt werde mein Name wie der Name Abraham's und Jsak's." (1. M. 48, 15, 16.) „Und dieser Gott, der Abraham erlöset hat vom Banne des Aberglaubens, (Raschi zu Jes. 29, 22.) spricht zum Hause Jakob's: Du hast dich nicht zu schämen, nicht entfärbe sich dein Angesicht; wenn inan deine Kinder sieht, das Werk meiner Hände, wie in ihrer Mitte geheiligt wird mein Name, wie sie heiligen den heiligen Jakob und erheben den Gott Israels, dann kommen zur Einsicht, die verkehrten Sinnes waren und Belehrung nehmen an die Widerspenstigen." (Jes. 22, 23. 24.) „Und wie der Thau des Ewigen, wie Regentropfen auf Kraut, das nicht des Menschen harret, erstand diese kleine Familie in der Mitte vieler Völker." (Micha, 5, 1.) III. Das Uolk Israel. „Wie schön sind deine Zelte Jakob und deine Wohnungen Israel, wie die Bäche dahingestreckt, wie die Gärten am Strome, wie Aloe von Gott gepflanzt, wie die Zedern an den Quellen. Wasser rieselt aus seinen Eimern, auf feuchten Boden fällt sein Same. Da kniet ar, streckt sich hin wie ein Löwe, wie ein Leopard. — Wer reizt ihn aufzustehen? Wer dich segnet, ist gesegnet." (4. M. 24, 5. 6. 7. 9.) Da lagert sich das Volk, das ans Egypten zog, in der Ebene Moab's und seine Zelte erfüllen das Gefilde. Es hat die Fesseln gesprengt und sich selbst befreit. 400 Jahre fast hat das Haus Jakob's in Egypten gestanden, und die Söhne Israels seufzten unter dem schweren Drucke der Knechtschaft. Der Frohndienst hatte ihre Kräfte erschöpft, das Gebot Pharao's drohte ihnen mit dem Untergang, aber laut schlug ihr Herz: „Seht mich nicht an, daß ich so schwarz bin, mich hat die Sonne so gebräunt." (Hohes Lied 1, 4.) „Wol schlafe ich, aber mein Herz ist wach." (daselbst.) Der Gott Abraham's und Jsak's und Jakob's lebte noch in ihrer Seele. Da kam Mose zu ihnen im Namen des Gottes Abraham's, Jsak's und Jakob's „und das Volk glaubte und hörte, daß der Herr an die Söhne Israels denke, daß er ihr Elend gesehen habe. Und das Volk verneigte sich und bückte sich." (2. M. 4, 31.) Das unerschütterliche Ver- 2*