Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 und es ward Licht durch Abraham." (Aboth de R. Nathan, 23. und Midr. Koheleth, 21.) Und dieses Licht erleuchtete die Seele Jsak's, dessen ganzes Leben von der Erkenntnis Gottes erfüllt war. Er wohnte im Süden und ging zu jener Quelle, die ihm der Geist gezeigt hat, jeden Abend und betete andächtig." (Targum M. 1. 24, 62. 63.) „Und in der Nacht erschien ihm Gott und sprach zu ihm: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham, fürchte dich nicht." (1 M. 26, 24.) Wie Traumgestalten, die unser Leben auf die rechte Bahn bringen, so schweben diese beiden Patriarchen vor uns und führen uns ein in eine bessere Welt, in der unsere schönsten Gefühle, unsere trautesten Ahnungen, die uns als der edelste und reinste Teil unseres Lebens heilig sind, sich vereinigen. „Wie schön war das häusliche Leben dieser Patriarchen, wie unendlich ihr Vertrauen! Gott meines Herrn Abraham — so betete Eleasar, der Diener Abrahams — füge es heute so und thue Gnade meinem Herrn Abraham. Ich stehe an der Quelle, zu der die Stadtleute kommen, um Wasser zu schöpfen. Das Mädchen, dem ich sagen werde, neige deinen Eimer, daß ich trinke und sie wird antworten, trinke und ich werde auch für deine Kameele schöpfen, sie sei das würdige Weib deines Knechtes Jsak. Und steh da! Rebeka kam mit dem Eimer auf den Schultern." (1. M. 24, 14. 15.) „Und Jsak führte Rebeka in das Zelt der Sarah und in diesem Zelte leuchtete das Heilige, das mit jedem Freitagabend neu angezündet ward." (1. M. Raschi 24, 67.) Und in diesem Zelte ward Jakob, der Sohn Jsak's erzogen und er war ein frommer Mann geworden, ein Bewohner des Zeltes, wo ihm das göttliche Wort gelehrt wurde." (1. M. Raschi, 25,27.) Aber auch er mußte nach dem Wanderstabe greifen und nahm nichts mit als den Segen seines Vaters Jsak: „Der allmächtige Gott möge dir geben Anteil an dem Segen Abraham's." (1. M. 28, 7, 13. 15.) Und Jakob ging nach Charan. Da ward es Stacht um ihn und er schlief ein auf freiem Felde und Gott erschien ihm da und sprach zu ihm: „Ich bin der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Jsak's. Ich werde mit dir sein und dich behüten, wohin du geh'st." (1. B. M. 28, 15.) Und in der Zeit der Not, da die menschlichen Kräfte nicht ausreichen, um die eiserne Faust des Geschickes abzulenken, da erwacht die göttliche Stimme in der menschlichen Brust und das gebildete Gemüt sagt tröstend sich selbst: „Du sitzest unter dem Schilde des Höchsten, wohnest im Schatten des Allmächtigen und sprichst zu Gott: auf dich vertraue ich. Ich fürchte nicht die Schrecken der Nacht, nicht den Pfeil, der am Tage fliegt. Meine Schutzwehr ist Gott." (Psalm 01.) In seiner größten Not, da die feindlichen Völker gegen ihn sich erheben und ihm mit Verderben drohten, richtet er sein Gebet zu Gott. „Gott meines Vaters Abraham, Gott meines Vaters Jsak, Gott der zu mir sprach, ich werde dir Gutes thun — errette mich." (1. M. 32, 10. 12.) „Und nahe ist Gott denen, die gedrückten Herzens und gebeugten Gemütes sind. Er hilft ihnen in der Not." (Psalm 39, 19. Dieses heilige Gefühl in der menschlichen Brust hat Abraham erkannt, und als geistiges Licht gieng es in seiner Seele auf und erleuchtete das Leben Jsak's und erwachte im Herzen des Patriarchen Jakob's wieder, neu und mächtig wirkte dieses Licht der Erkenntnis aus das ganze Geschlecht. „Laßt uns nach Beth-El ziehen — sagt Jakob zu seinen Söhnen — dort will ich einen Altar erbauen meinem Gotte, der mich erhört hat in der Zeit der Not, der mit mir war auf dem Wege, den ich gegangen bin." (1. M. 35, 3. Maimonides Hilchoth Abodah Sarah I. Halachah 3.) Dasselbe Gefühl, derselbe Geist und derselbe Gedanke vereinigte die ganze Familie des Hauses Jakob und der Gott Abraham's und der Gott Jsak's schwebte