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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-01-01 · Heft 1 (1.1.1883) · p. Seite 17

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 1 (1.1.1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 und „diese ewige Wahrheit leuchtet und erfreuet das Herz." Wenn der Keim die Hülle bricht und nach dem Himmel emporstrebt, wenn in der Blüte sich das Pflanzenleben sammelt, wer will da Worte hören? Und doch steht darin das göttliche Gebot: „Die Erde sprieste hervor Grünes, das Samen trägt nach seiner Art, und den Baum, der Früchte trägt nach seiner Art, in denen der Samen liegt, und es ward also." (1. M. 1. 11.) Wenn es so regelmäßig in unserem Herzen schlägt, wenn ein stilles, unerklärliches Sehnen in unserem Busen erwacht, wenn tausend Gedanken in unserer Seele auftauchen und verschwinden und wieder neue Gedanken erwachen, wer hört da einen Laut, einen Ton? So spricht der Gott, „der Herz und Niereit prüft." Als Mose vom Berge Horeb niederstieg und erzürnt über das Volk, das ein goldenes Kalb sich gemacht, die beiden steinernen Tafeln zur Erde warf und zerschmetterte, da flogen die inhaltschweren Worte in die Welt. (Pesachim, 87, b und Menachoth 99, a.) Die ewige Wahrheit, die in wenigen Buchstaben lag, war für vergängliche Lippen nicht.' In dem großen Schöpfungswerke liegt die Wahrheit und der Mensch soll sich da sie holen. Dahinein hat sie jener Geist der Schöpfung getragen, der sich dem Mose unter dem Namen: „Ich bins, der ich bin" (ehjeh ascher ehjeh), offenbarte. (2. M. 3, 13) In jenem wunderbaren Lichtschimmer, der wie das Abendrot die Berge mit einem Flammenmeer übergießt, die Welt erleuchtet und das Herz erhaben stiinint, aber nichts verwüstet und zerstört, erschien der Geist dem Mose und offenbarte ihm die Wahrheit. „Der Dornbusch brannte im Feuer und ward doch nicht verzehrt. Und Mose sprach: ich will doch hintreten und ansehen diese große Erscheinung, warum der Dornbusch nicht verbrennt." (2. M. 3, 2. 3.) II. Der Gott Abraham's, der Gott Zfaü's und der Gott Äalrob's. „Wahrlich der Geist ist es, das leise Flüstern der Allmacht, das den Menschen Einsicht lehrt." (Job 32, 8.) Wahr ist diese Simme unseres Herzens, die wir nicht begreifen, die uns so mächtig hinzieht zu dem Ganzen und uns aufgehen läßt im Geiste der Schöpfung. „Wie unendlich groß sind die Thaten Gottes, wie unergründlich tief der Schöpfungsgedanke. Das faßt der Einfältige nicht, und der Thor — wie soll er es begreifen." (Psalm 92, 6. 7.) Wenn wir unser Herz sprechen lassen und diesen Pulsschlag unseres Lebens überwachen, dann begreifen wir die Sprache jenes großen Weltgeistes, der uns zuruft: „Wenn du hören wirst auf meine Stimme^ werde ich mit dir sein und werde dich behüten auf allen deinen Wegen-" (1. M. 15, 12. 18.) Und dieser Geist sprach zu Abraham: „Gehe hinaus aus deinem Geburtsorte, aus deinem Vaterhause, in das Land, das ich dir anzeigen werde." (1. M. 12, 1.) „Und Abraham schlug sein Zelt auf in dem Haine Mamre und erbaute einen Altar dem Herrn." (1. M. 13, 18.) „Da gieng die Sonne nieder und ein tiefer Schlaf siel auf Abraham, and siehe da, eine Angst und dichte Finsternis fiel auf ihn. An diesem Tage schloß derHerr einen Bund mit Abraham." (1. M. 15,12.18.) Der erhabene Geist und Weltschöpfer, der durch unsere Glieder zieht, in jeder Lebensregung wirkt und schafft, er erschien zum ersten Male Abraham und erleuchtete den Geist des Patriarchen. Und dieser erhob zum ersten Male die Hand znm allmächtigen Gotte, der Himmel und Erde geschaffen hat." (1. M. 14, 22. 24, 3.) So entstieg das geistige Licht, das noch verborgen im Herzen der Menschheit lag, mit dieser ersten Erkenntnis Gottes: „denn Gott sprach, es werde Licht 2

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