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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-01-01 · Heft 1 (1.1.1883) · p. Seite 16

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 1 (1.1.1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 daß auch ihn die Laute unserer Muttersprache, deren fast jeder Jude hier mächtig ist, auf's angenehmste berührt haben. Natürlich sprich man kein Hochdeutsch, sondern „Jüdsch", ein ziemlich corrnmpiertes Gemisch von Deutsch, Russisch, Polnisch und einigen Brocken Hebräisch, das für den Uneingeweihten anfangs schwer verständlich, durch einige Hebung aber leicht zu erlernen ist. Ich selbst wurde, bevor ich jüdeln konnte, auch stets verstanden, wenn ich ganz langsam hochdeutsch sprach, und später hat mir Jüdisch oft aus der Verlegenheit geholfen, wenn ich mit meinem Russisch zu Ende war. Die russische Regierung, die gerne ein Auge zudrückt, wenn die Juden im europäischen Rußland ausgeraubt ,, mißhandelt und totgeschlagen werden, protegiert dieselben dafür einigermaßen in Sibirien. Während Juden bekanntlich mit Ausnahme der Kausteute erster Gilde in russischen Städten nicht länger wie drei Tage sich aufhalten dürfen, genießen dieselben in Sibirien alle bürgerlichen Rechte mit geringen Beschränkungen, wie sie z. B. nicht mit Branntwein handeln dürfen nicht Offiziere werden können und dergleichen. Es wandelten daher viele Juden aus Rußland und Polen nach Sibirien aus; während des letzten polnischen Aufstandes wurden auch Manche hieher verschickt, die von der späteren Amnestie keinen Gebrauch machten und im Lande blieben, ihre Zahl ist jährlich im Wachsen begriffen. Es sind ehrliche, fleißige Menschen, Handwerker und Kaufleute, die durch ihre Intelligenz und Mäßigkeit selbst den Chinesen Concurrenz machen und sich allgemeiner Beliebtheit erfreuen; auch die deutschen Kaufleute versicherten mir, sie machen lieber Geschäfte mit den Juden, wie mit Russen. Sie sprachen meistens nur schlecht Russisch, ihre Muttersprache ist eben deutsch-jüdisch. Hebräisch verstehen nur die Rabbinen. Krundgedanke der ßiötisch-lalnmdischen GMK von Oskar Waldeck. Motto: „Wer zu dem Herr» hält, trete heran." <11. M. 32, 26.) I. Der Geist der Schöpfung. Öde und leer war das namenlose All, da der erhabene Geist schwebend jenes Meer nächtlicher Schatten erfüllte und aussprach: „Es werde Licht." Wie der milde Frühlingshauch, der den matten Dämmerschein begleitet, belebend wirkt, so rann dies erste göttliche Wort durch die ewige Nacht dahin und es ward Licht. Da tauchten auf die Bergmassen mit ihren steilen Zinken, da senkte sich das ebne Thal und umsäumte den unruhigen Wasserspiegel; da rauschte es zwischen den nackten Felsen und über den.Kiesel hinweg plätschert der Wasserquell. Die Lichtflimmer traten zusammen „und aus seinein Zelte trat der Sonnenball und steute sich wie ein Held die Bahn zu durcheilen", (Psalm 19,4.) Tag und Nacht lösten sich regelmäßig ab und Tag und Nacht flüstern ewig: „Es werde Licht." Dies Flüstern durchzieht die Welt. Wer es nur versteht. Aber das ist keine Sprache, die vergängliche Lippen sprechen, „das ist ein Gedanke, der ewig die Welt erfüllt, der in dem sternenreichen Himmel sich uns offenbart und aus den weiten Sphärensaiten niedertönt." (Psalm 19, 3.) Dort steht es geschrieben

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