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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-01-01 · Heft 1 (1.1.1883) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 1 (1.1.1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 hätten und daß der verlangte Preis nicht zu hoch sei. Die Gemeinde aber schickte einen ihrer Repräsentanten nach Rom, um Seiner Heiligkeit dem Papst kius VI. ein Gesuch zu unterbreiten. In diesem wurde dem Papste dafür gedankt, daß er in demselben Jahre die Verbreitung der Geschichte des San Simoncino (von Giordano) und des Buchs „die Jrrtümer" von Ridolfi aus Ancona verboten habe, dieselben Maßregeln wurden gegen Giordano erbeten, der seine schurkische Gesinnung mit seinen Briefen bewiesen habe. Dem Gesuche waren die Briefe und Manuskripte Giordano» beigefügt. Der Papst schrieb auf das Gesuch: „An Monsignore Assessore del S- 0.*), um darüber zu sprechen". Dieser Monsignore schrieb an S. I. den Bischof von Ascoli, folgendes: Es befindet sich in Ihrer Stadt ein gewisser Giacomo Giordano, den man für einen Mann von Talent und Bildung hält. Er hat ein Gedicht in sechs Gesängen verfaßt, betitelt „der Jude im Exil", außerdem eine Schrift von zehn Seiten, enthaltend ein Antwortschreiben an einen Minister eines katholischen Staates, um dessen Souverain die Gründe auseinanderzusetzen, aus denen die Juden in den katholischen Staaten nicht geduldet werden dürften. Er rühmt sich der unnützen Mühe, die er aufgewandt hat, um alles das zusammenzuschaffen, was jemals über diesen Stoff gesagt und geschrieben ist. Er hat Unterhandlungen mit den Juden Anconas angeknüpft, denen er bedeutete, daß er von der Idee das Gedicht und die Schrift drucken zu lassen Abstand nehmen wolle, wenn sie ihn: durch einen Rabbiner in einer Art antworten würden, die geeignet sei, ihn zu überzeugen. Er ereiferte sich sehr für unsere heilige katholische Religion, aber sein Eifer endete mit dem Wunsch, einen Kraniladen zu eröffnen, von den Juden einige Tausend Thaler durch das Versprechen zu erschleichen, sein Werk nicht zu publizieren und ihnen die Originalien zu übergeben, um sie zu versichern, daß binnen einiger Frist eine gleiche Brandschatzung (riccato) nicht versucht werden würde. Die Beschwerden der Juden sind mit den erforderlichen Dokumenten an den päpstlichen Stuhl gelangt und mir übergeben, um Seiner Heiligkeit zu berichten, welche nach Erwägung der. Sache mir'befohlen hat, ihnen Folgendes zu schreiben. Seine Heiligkeit will, daß Sie den genannten Giacomo Giordano zu sich rufen lassen, ihm eröffnen, wie sehr inopportun sein Werk sei, mit dem er riskiere, Tumult wegen einer Sache zu erregen, die so oft geprüft sei, und über welche man nicht mehr ernstlich disputiren könne; ihn deswegen zurechtweisen und im Namen Seiner Heiligkeit zu befehlen, nie wie.der über eine solche oder ähnliche Frage etwas zu Papier zu bringen. Außerdem solle er alle Manuskripte, und jedes Papier, das die beiden Werke betrifft, Ihnen übergeben, damit nichts mehr in seinem Besitze bleibt, unter Androhung, daß bei der geringsten Übertretung Gefängnis und andere schwere Züchtigungen nach Bestimmung Seiner Heiligkeit folgen würden und mit dem Ausdruck des Unwillens des Heiligen Vaters. Da man aber nicht darauf vertrauen kann, daß er Alles heraus giebt, wird es sich empfehlen, daß Sie, während er sich mit Eurer Exzellenz unterhält, in sein Haus schicken und alle besagten Papiere suchen und wegnehmen lassen. Oder senden Sie Jemand, den Sie für geeignet halten, daß er ihm obige Befehle und Vorschriften eröffne und zu gleicher Zeit die bezeichnten Papiere und Schriften wegnehme, so daß nichts bei ihm bleibt. Es *) Beisitzer des heiligen Amtes.

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