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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-12-01 · Heft 12 (1.12.1882) · p. Seite 286

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 12 (1.12.1882)
Date
1882-12-01
Page
Seite 286 (sequence 22)
Language
German
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286;i’ laß wurde den Juden als Menschen das gegeben was ihnen lange ungerechter jiji; Weise vorenthalten wurde und er war der Vorläufer vieler Gesetze, die nicht in ::s der Politik, sondern in echter unverfälschter Humanität ihren Grund hatten. hi „Wenn auch Joseph seine Brüder erkannte, während sie ihn nicht erkannten", so; wird er doch als ein Repräsentant der Humanität ewig gefeiert und verherrlicht ::|i bleiben. Der Redner schließt mit den schönen Worten: „Ob Semiten, ob GerjH manen, ob Slaven, ob Magyaren, ob Romanen, ob Flämische — alle sind Kinder!V Gottes, die er in seinem Bilde geschaffen, alle zusammen sollen leben im Frieden Gottes". Der Rede ist angefügt, das von dem Verfasser bei Gelegenheit der; / Seelengedächtnisfeier zu diesem Zwecke verfaßte Gebet, eingeleitet mit dem die '! jüdische Religion kennzeichnenden Lehrsätze: „die Frommen aller Nationen haben Teil an der ewigen Seligkeit" in welchem der Gedanke ausgesprochen wird, daß : alle Menschen, wenn auch nicht durch Geburt und Bekenntnis dem Judentume ■!; angehörig, durch Erfüllung ihrer Pflichten als Menschen allein schon, der Seligkeit teilhaftig werden. ______ l)r. Adolf Stlliiifl!. Gedenkblatt zur Feier seines vor 25 Jahren am 6. Oktober 1857 (Simchat Thora) erfolgten Amtsantrittes als Prediger der israelitischen Gemeinde in Wien. Von vr. Joel Müller. (Nebst einem Cataloge der literarischen Publikationen / Jellinek's). Herausgegeben von Ch. D. Lippe. Wien 1882. Verlag von D. Löwy's Buchhandlung. (20 Seiten.) ' Der bekannte gelehrte Herausgeber des „Traktates der Schreiber" und gaonäischer Gutachten Herr Dr. Joel Müller in Wien hat sich durch diese Schrift das Verdienst erworben, den flüchtigen Festesmoment durch einen belehrenden Rückblick in das reine reiche Geistesleben Jellinek's dauernd zu weihen und wir wissen deni geehrten Verfasser Dank hierfür, weil er sich seiner Aufgabe in so schöner Weise entledigt hat. Es liegt in dieser kurzen, mit vieler Wärme geschriebenen Brochüre, die aus der Synipathie des Autors für den Jubilar stammt, ein herrliches Geistesleben vor uns aufgerollt, dem sich der bibliographische Anhang des Herrn Lippe, wie erläuternde Noten zur Begründung des Textes passend anschließen. Jellinek, am 26. Juni 1821 zu Drslowitz bei Ung. Brod. in Mähren geboren, war in seinem dreizehnten Jahre Schüler des gelehrten Talmudisten Rabbi Moses Wannefried in Proßnitz. Von dort ging Jellinek nach Prag, wo er, als Erzieher in einem Hause, Gymnasialstudien oblag. Vom Jahre 1842 hielt sich Jellinek in Leipzig auf, woselbst er, nachdem er durch drei Jahre orientalische, historische, philosophische und rabbinische Studien niit Erfolg pflegte, die Kanzel betrat. Nach zwölfjähriger segensreicher Thätigkeit daselbst, erhielt er im Jahre 1857, da ihni als Gelehrter und Kanzelredner ein großer verdienter Ruf voranging, eine Voeation als Prediger der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Jellinek ist als Redner originell und selbständig, prophetische Glut durchzieht seine Worte und nie läßt er die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums in seinen geistvollen Vortrügen aus dem Auge. Er hat es verstanden, die Wissenschaft in den Dienst der Kanzel zu nehmen und seine gedruckten, noch nicht genug im Volke verbreiteten Reden, sind lichtvolle historische Betrachtungen über die der Hauch innerer Begeisterung ausgegossen ist und zwischen dem grünen herzerfreuenden Gezweige edelster Beredsamkeit winken die reifen Früchte ernster Gelehrsamkeit. Es giebt in der Gegenwart nur wenige Männer im Judentume, welche von dem großen Gedanken der alten Seher durchdrungen, vor das Volk hintreten, denn

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