Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1882)
- Date
- 1882-12-01
- Page
- Seite 278 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Das Herz ist eine Tafel, rein: Darauf schreibt der Narr mit Kritzelei'n, Der Weise sich mit Edlem ein. Des bösen Hochmuts Jünger Hält Andre für geringer, Sich für den besseren Mann, Der mehr als Andre kann. Er strebt in allen Dingen Nur Beifall zu erringen, Thut Alles nur um Dank Und nicht aus Herzensdrang. Er gleicht der Speise, fein und süß zwar, Doch angebrannt, drum ungenießbar. Mitleid, des Israeliten Zier! Erbarmen üb' auch an dem Tier. Sein Futter werde nie vergessen, Gieb's ihm noch eh Du selbst magst essen, Und mildre zumal Sein nutzlose Qual. Mitleidig sei dem nichtjüdischen Sclaven, Erschwer' ihm die Arbeit nicht! Und thut er nicht seine Pflicht Meid', ihn verächtlich zu bestrafen. Siehst Du der Menschen Fehle Erfreu's nicht Deine Seele Es thue Dir leid! Ja für den Feind selbst bete Daß er Gott näher trete Ihm dien' allerzeit. Auf Deine Fehler sieh. Auf Deine Spenden nie. Und hat man Dich gekränkt — Es sei in Nacht versenkt. Ernst ist treuer Diener Streben Nach des Herrn Gebot zu leben. Haben sie ihm was zu sagen Sprechen sie artig, mit seinem Betragen. So sei im Gotteshaus nach außen und innen Auf Anstand und Andacht gerichtet Dein Sinnen. Auf schwankenden Besitz von Geld Ist Deine rastlose Arbeit gestellt.