Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1882)
- Date
- 1882-11-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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258 zweiten Jjar (3. Mai) des Jahres 5478 (1718) erfolgten Tode. Seine Responsen „Lcliulot utsedubot Oliuelium Zebi" zeugen von dem Scharfsinn und der tiefen talinudischen Gelehrsamkeit des Verfassers. In seinen rituellen Entscheidungen war Zebi Aschkenasi mehr für das Erleichtern geneigt. Sein Anverwandter R. Meir Eiseustadt, bekannt mit dem Namen „Meharam Asch" berichtet von ihm (Rechtsgutachten III. 11.), daß selbst die Entscheidungen des Schulchan Aruch, die nicht im Talmud ihre Quelle hatten, für ihn nicht maßgebend waren. Er entschied oft gegen sie, wenn sie seinen Ansichten nicht entsprachen. Genannter R. Meir Asch (gest. 27. Siwan 1744) war anfangs Rabbiner zu Proßnitz, von da kam er nach Eiseustadt in Ungarn, >vo er bis zu seinem Lebensende segensreich wirkte und sich seiner tiefen das ganze Gebiet rabbinischer Literatur umfassenden Gelehrsamkeit halber, einer ungewöhnlichen Popularität zu erfreuen hatte. Trotz seiner rigorosen Frömmigkeit war er äußerst tolerant und milde, was aus vielen Entscheidungen seiner Responsen zu Genüge entnommen werden kann. Von den unzähligen, seinen Freimut bekundenden Äußerungen, möge blos folgendes erwähnt werden. Einst wurde er befragt, warum es in der ersten der achtzehn Benedictionen heißt: „Der Gott Abrahams, der Gott Jizchaks und der Gott Jakobs", da es doch wohl einfacher heißen könnte: Der Gott Abrahams, Jsaks und Jakobs? Hierauf gab der fromme Rabbi folgenden Bescheid: König David ermahnte seinen weisen glorreichen Sohn Salomo (I. Cln-o. 28. 9.): „Du mein Sohn erkenne den Gott deiner Väter und diene ihm". Diese Stelle will uns sagen, daß wir an Gott nicht blos aus überkonmener Ueberlieferung von den Vätern ohne eigene Selbstforschnng glauben sollen, denn dies ist Sitte der Heiden; sondern die Tradition muß durch das eigene Erforschen wie durch das Selbstdenken bewahrheitet werden. Daher gebrauchte der gottbegeisterte Sänger beide Ausdrücke: Erkenntnis und Ueberlieferung. Abraham war der Erste, der den wahren Gott aus eigener Anschauung und Erforschung erkannt und hierüber auch andere zu belehren sich bemüht hatte. Wenn es also geheißen hätte, der Gott Abrahams, Jizchaks und Jakobs, so lväre man versucht gewesen anzunehmen, Gott sei deshalb der Gott Jizchaks und Jakobs gewesen/ weil er der Gott Abrahams war, das heißt mit andern Worten: Jizchak und Jakob haben diesen Glauben blos als ein väterliches Erbe übernommen; daher wird der Name „Gott" bei jedem Einzelnen wiederholt, um dadurch gleichsam andenteu zu können, daß Gott von Jizchak und" Jakob auf dieselbe Weise — nämlich aus eigener Anschauung — wie von Abraham erkannt wurde. Diese Lehre, sagt Rabbi Meir Eiseilstadt, ist die wahre Stütze unseres Glaubens. (Vgl. Meirot I. Thl. § 39) Per Kevranch der Juden, Ghristenvt'ul für ihre rituelle Uafsay- (Ostern-) Jeier zu verwenden, auf seinen historischen Ursprung geprüft. Es ist für die Civilisation nnsers Jahrhunderts betrübend, daß die Beschuldigung der Juden, für ihre rituellen Osterngebräuche Blut zu verwenden,