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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-11-01 · Heft 11 (1.11.1882) · p. Seite 255

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 11 (1.11.1882)
Date
1882-11-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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255 Moslemen. Trotz seines Abfalls voin Judentume hat ein großer Teil der Bethörten noch immer nicht die Hoffnung, daß Sabbatai, der auch dann mit Juden verkehrte, das jüdische Volk vom Drucke befreien und in das gelobte Land bringen werde, anfgegeben. So entstand die verwünschte Sekte der Sabbathianer oder „Schäbsen". Die Rabbiner jedoch, denen das wüste Treiben dieser Sektierer in der tiefsten Tiefe der Seele verhaßt war, setzten es durch, daß der Schwärmer Sabbatai, der selbst als Renegat als Messias sich zu geriren nicht entblödete, von der Hauptstadt entfernt und in eine kleine Festung in der Nähe von Belgrad internirt wurde, wo er ani 10. September 1676 starb. Die Sabbathianer aber ließen sich selbst nach dem Tode ihres Häuptlings in ihren« Glauben an ihn nicht erschüttern, daher kam es, daß diese Sekte sich bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts zur Schmach des Judentuins erhalten und viel Unheil gestiftet hatte. Für die Verbreitung und Förderung der Lehre und Grundsätze dieser fluchwürdigen Sekte haben die erbärmlichen Betrüger Nathan aus Gaza, Mordechai aus Eisenstadt, Nehemia, Chajon, Löbele Proßnitz n. v. A. Sorge getragen. Eine Abart der „Sabbathianer" waren die „Frankisten", die ebenfalls den Talmud verschmähten, während sie dem Sohar wie überhaupt der Kabbala huldigten. Der Gründer dieser Sekte war Jakob Frank aus Polen (geb. 1720 gest. 1791). In der Jugend beschäftigte er sich mit der Brandweinbrennerei, später aber offenbarte er sich den Sabbathianern in Polen und Galizien als Nachfolger Sabbatais, wobei es ihn« gelang, sich einen großen Anhang zu verschaffen, der ihm huldigte und riesige Sunnnen zur Verfügung stellte. Als er jedoch von den Rabbinen verfolgt wurde, gieng er mit vielen seiner Anhänger zum Scheine zum Christentum über, während er heimlich die sabbathianischen Grund- und Lehrsätze zu verbreiten bemüht war. Im Besitze großer Geldmittel lebte er auf fürstlichem Fuße und unternahm in Begleitung eines glänzenden Gefolges größere Reisen,' um für seine Partei Propaganda zu machen. Er hielt sich in Wien und in Brünn auf, wo er, umgeben von einer uniformirten Leibwache, als Baron lebte, wurde aber, nachdem man ihn bald als einen gemeinen Betrüger und Schwindler erkannte, aus den österreichischen Staaten ausgewiesen. Von hier gieng er nach Offenbach a. M., wo er mit der berüchtigten Eva Frank ein fürstliches Schloß bewohnte und zurückgezogen von aller Welt lebte. Mit seinem 1791 plötzlich erfolgten Tode schwand auch seine Partei „die Frankisten" spurlos aus der Geschichte. R. 3e6t Aschkenasi. Eine der hervorragendsten rabbinischen Autoritäten des vorigen Jahrhunderts war R. Zebi Aschkenasi, Chacham Zebi genannt. Zebi war der Sohn des seines tragischen Geschickes wie seiner seltenen Fähigkeiten wegen berühmt gewordenen Rabbi Jakob Aschkenasi. Letzerer in Wilna 1621 geboren, stammte aus einer alten berühmten Familie und ist mit seiner jungen Frau in Begleitung seines Schwiegervaters, des seiner tiefen talmudischen Gelehrsamkeit halber bekannten R. Efraim Katz aus Wilna, vor den« Wutschnauben der raubsüchtigen und blutgierigen Russen entflohen. Allein er wurde auf der Flucht von den Seinigen getrennt, von den wütenden Soldaten ergriffen und zum Tode verurteilt. Des Kriegers jedoch, der dem Jakob bereits zum letzten Niederknieen

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