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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-11-01 · Heft 11 (1.11.1882) · p. Seite 244

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 11 (1.11.1882)
Date
1882-11-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 An diesen Osterabenden erklang es, und in den Häusern verständnißvoller, denkender Glaubensgenossen erklingt es, zeitgemäß umgestaltet, heute noch, jenes uralte: Wehigadto lebincho! Das künde dem Sohne: Wie Moses die Ahnen aus leiblicher Frohne, Aus Knechtschaft gerettet zu Freiheit und Licht, Das dankend zu preisen, bleibt freudige Pflichr. Awodim hojinu — einst waren wir Knechte, Einst fehlten uns Freiheit und menschliche Rechte, Einst wurden die Juden gedrückt und gehaßt, Einst seufzten sie schwer unter bitterster Last Da hat gottbegeistert uns Moses befreit. Uwechol damwodaur — und zu jeglicher Zeit Sind neu Pharaonen den Juden erstanden Und sannen auf Ächtung, auf Ketten und Banden, Doch jener erhabene, göttliche Geist, Der Strebende fördert, der Fesseln zerreißt: Die Lehre, das Vorbild, das Moses uns gab Erhielt uns stets aufrecht, war Stütz' uns und Stab, Und führt, wie die Väter ins Land das gelobte, Zur Freiheit Israel, das Leidenerprobte. Jahrhunderte nicht, kaum Jahrzehnte vergingen, Da waren die Juden in Fesseln und Schlingen, Da wurden verfolgt sie, gehetzt und vertrieben, Da war ihnen nichts als das Eine verblieben: Als diese Hagada, die fröhliche Kunde Vom Siege der Freiheit, vom göttlichen Bunde. Und wenn sich die Armen, die Müdegehetzten Ani Passahfeste zum Seder hinsetzten — Da waren sie nicht mehr die Kammerknechte, Da fühlten sie ihre untilgbaren Rechte, Sie jubelten auf und wähnten sich frei, Und glaubten das Ende der Leiden herbei. Leschono habo — schon für's nächste Jahr Winkte Freiheit der hoffenden Väterschaar. — Das innige Familienleben, wie es vor 50 Jahren in jüdischen Häusern waltete, ist malerisch verklärt und verherrlicht in den „Bildern aus dem altjüdischen Familienleben", die aus der Meisterhand des vor wenigen Monaten im hohen Greisenalter dahingeschiedenen Professor Moritz Oppenheim, hervorgegangen. Wer könnte diese lieblichen, tief ergreifenden Bilder von Sabbathruhe und Sabbathfrieden, vom Schülerverhör und der Barmizwah, vom heimkehrenden Krieger ohne tiefe Rührung anschauen! In ihnen hat der nun Heimgegangene Meister, der Freund und Genosse der Edelsten und Besten, sich und unseren Glaubensgenossen ein unsterbliches Denkmal errichtet. Aber — Alles hat seine Zeit. Und wenn schon für jene Tage vor 50 Jahren Uriel Acosta's Wort sich bewährte: Ihr wißt, bei unsrem Volk herrscht die Familie, Der Vater will, das Kind gehorcht — die Bande

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