Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-10-01 · Heft 10 (1.10.1882) · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 10 (1.10.1882)
Date
1882-10-01
Page
Seite 239 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2969669-2969684-2969695--0567-2970992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

239 Hebräern solche fand, die sich sammt ihrer Familie und ihrer Habe heimlich zu entfernen trachteten. Der eine suchte seine liegenden Gründe zu verkaufen, der andere, nachdem er die Geschäfte aufbegeben hatte, den Gewinn zu verbergen. Andererseits war es natürlich, daß die'christlichen Gegner unter jedem Vorwand die Erfüllung eingegangener Verpflichtungen zu verzögern suchten, und daß die Gläubiger hinter jenen Elenden her waren, indem sie sich bemühten, jebett gerichtlichen Zwang in Anspruch zu nehmen. Daher am 9. Juni eine dritte vicekönigliche Ordonnanz, durch welche man für alle Individuen des israelitischen Volkes jede juridische Prozedur aufhob, so lange sie nicht vollständig ihre Schuld bezahlt haben würden. Den Proti und obersten Beamten wurde dem eigenen Ritus gemäß befohlen, am nächsten Sonnabend den Bann auf die zu schlendern, welche wagen würden, ihre Güter zu vertauschen, zu verbergen oder zu niedrigen Preisen zu verkaufen. Diejenigen, welche ihnen dabei halfen, wurden von der Regierung mit Confiskation und Tod bedroht. Jedoch verzögerte man zur Zeit die Proklamation des verhängnisvollen Edikts; D'Acugna fuhr fort zu zögern und zu hoffen. Erst am 18. des Monats proklamirten öffentliche Herolde zu Pferd und unter Trommelschlag den Inhalt in den Straßen Palermos und in den aller Städte und Länder des Reiches. (Fortsetzung folgt.) Hleferale und Mitteilungen. Vom deutsch-israelitischen Gemeindebunde sind Gedenkblätter an Jacob Nachod tgeb. 22. März 1814, gest. 11. April 1882) herausgegeben. (Berlin 1882. Druck von Rosenthal u. Co. 48 Seiten.) Dieselben, der Erinnerung Nachod's gewidmet, enthalten nebst dem gelungenen Bilde des Verstorbenen und einem Berichte über dessen Bestattung zu Leipzig am 14. April 1882, die verschiedenen bei diesem traurigen Anlasse gehaltenen Reden (von den Herren vr. Goldschmidt-Leipzig, Dr. Landau-Dresden, Sanitätsrat Dr. Kristeller-Berlin, Stadtrat Schars-Leipzig, Dr. Caro-Erfurt, Emil Pick-Leipzig, Alexander Werthauer-Leipzig) und Nachrufe, aus welchen man ein Bild von der vielseitigen Thätigkeit des Dahingeschiedenen in engeren und weiteren Kreisen gewinnt. Am Schluffe dieser prachtvoll ausgestatteten Gedenkblätter findet sich der Lebensgang Nachod's geschildert von Advokat Emil Lehmann in Dresden und ein poetischer Nachruf von demselben Verfasser. (Jahrbuch zur Palästina künde.) Von dem erblindeten Schriftsteller A. M Luncz in Jerusalem werden Jahrbücher „Jerusalem" betitelt, herausgegeben. Dieselben enthalten authentische Berichte über die gegenwärtigen Zustände in Palästina mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Bevölkerung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.