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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-10-01 · Heft 10 (1.10.1882) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 10 (1.10.1882)
Date
1882-10-01
Page
Seite 240 (sequence 24)
Language
German
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240 Luncz, ein gebürtiger Jerusalemer, mit der westlichen Cultur vertraut, ist unterstützt durch eine Reihe hervorragender Schriftsteller, in der Lage, Gediegenes zn leisten und uns das sonst noch wenig gekannte Leben in Palästina in der Vergangenheit und Gegenwart objektiv vorzuführen. Der Preis des über 20 Druckbogen enthaltenden Jahrbuches beträgt 5 Mark. (Ein biblisches Gemälde in Pompeji.) In Pompeji ist ein höchst interessantes Gemälde aufgefunden und bereits unter den pompejanischen Fresken im Museum zu Neapel aufgestellt worden, welches das Urteil des Salomo vorstellt. Es ist dies das erste, ein biblisches Sujet darstellende Gemälde, welches in den verschütteten Städten bisher gefunden worden ist. Das Gemälde ist 51/2 Fuß lang, 19 Zoll hoch. Es stellt eine Terrasse vor einem mit Schlingpflanzen geschmückten Hause dar, welche von einem weißen Zeltdache überschattet wird. Auf einem erhöhten Throne sitzt der König in weißem Gewände; auf jeder Seite sitzt ein Berater neben ihm, und hinter denselben sieht man sechs bewaffnete Krieger. Der König hört einer Frau in grünem Gewände zu, die mit zerrauften Haaren und ausgestreckten Händen vor ihm kniet. In der Mitte des Gerichtshofes steht ein dreibeiniger Tisch, auf welchem ein Kind liegt, das trotz seines Sträubens von einem Weibe, dessen Kopf ein Turban schmückt, in liegender Stellung gehalten wird. Ein Krieger hält das Kind bei den Füßen und ist augenscheinlich bereit, es mit seinem Schwerte entzweizuspalten. Eine Gruppe von Zuschauern vervollständigt das Gemälde, welches im Ganzen 19 Figuren enthält. Das Bild ist vortrefflich erhalten. Als Kunstwerk steht es unter dem Durchschnitt des Wertes der pompejanischen Gemälde. Die Körper der Figuren sind zwerghaft klein und die Köpfe derselben außer allem Verhältnis groß, was der hier geäußerten Meinung, daß mit dem Bilde eine Caricatur der Juden und ihrer Religion beabsichtigt war, einigen Schein der Begründung verleiht. Andererseits empfängt man aber den Eindruck, daß der Künstler ängstlich bemüht war, den Gesichtsausdruck der beteiligten Personen darzustellen, und deshalb die Köpfe vergrößert hat. Auch in anderer Beziehung ist nichts von einer Caricatur zu entdecken. Die Todesangst der knieenden Mutter, die Aufmerksamkeit des lauschenden Königs und der Triumph des andern Weibes, welches der bevorstehenden Teilung des Kindes entgegensieht, dies Alles ist sorgfältig ausgedrückt. Das Grab der Witwe Moses Mendelssohn's befindet sich in Altona auf dem Friedhofe der hochdeutschen Jsraeliten-Gemeinde. Der Grabstein hat die Nummer 548 und trägt auf der Rückseite eine erst in neuester Zeit eingefügte Inschrift: „Hier ruht Frau Fromet, geb. Gugenheim, Wittwe Moses Mendelssohn's, geb. am 2. Oktober (5489) 1738, gest. am 15. März (5572) 1808." Die Vorderseite des Grabsteins trägt ein hebräische Inschrift. Inhalt: Tisza-Eslar oder: Gebrauchen die Juden Christenblnt? Von Prof. Dr. Hermann L. Strack in Berlin. — Anti-Dühring. Einige Briefe von Di- Selver. — Die deutschen Juden vor und in 50 Jahren Von Emil Lehmann, Rechtsanwalt in Dresden. — Die Juden in Sieilien. Bon Jsidoro La Lumia. (Fortsetzung). — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Bronnens Druckerei (F. W. Breidenstein) sämmtlich in Frankfurt am Main.

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