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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-10-01 · Heft 10 (1.10.1882) · p. Seite 222

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 10 (1.10.1882)
Date
1882-10-01
Page
Seite 222 (sequence 6)
Language
German
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222 wurde gebrauchten Drachenblutes *) hat zur Bildung der verkehrten Ansicht, daß die Juden des Christenblutes bedürften, Anlaß gegeben. Eine ernste Warnung vor dem leichtfertigen Aussprechen so schwerer Anklagen liegt für die Christenheit auch in ihrer eigenen ältesten Geschichte. Die Christen des zweiten und dritten Jahrhunderts haben unter derselben Beschuldigung schwer gelitten. Justinus Martyr niuß in der sog. zweiten Apologie Kap. 12 seine Glaubensgenossen also vertheidigen: „Welcher Vergnügungssüchtige oder Unmäßige und am Essen von Menschenfleisch Gefallen Findende hieße wohl den Tod willkommen und böte nicht alles auf, um unbemerkt und möglichst lange seine gewohnte Lebensweise fortzusetzen? Wenn ihr durch Martern von unfern Sklaven, Frauen und Kindern einzelne Geständnisse erpreßt, so sind das keine Beweise unserer Schuld. Nicht wir thun das, was uns zur Last gelegt wird, sondern ihr thut es und noch Schlimmeres ihut ihr. Darum brauchten wir, wenn wir dergleichen thäten, es gar nicht zu leugnen. Wir könnten unsere Zusammenkünfte 'Mysterien des Kronos nennen; wir könnten, wenn wir uns, wie die Rede geht, mit Blut füllten, das für eine Verehrung nach Art der eures Juppiter Latiaris erklären und wären in euren Augen gerechtfertigt." Athenagoras (177) schreibt in seiner an Marcus Aurelius gerichteten Fürbitte für die Christen Kap. 3: „Drei Hauptvorwürfe macht man uns: Gottlosigkeit, Thyesteische Mahle und Oedipotische Vermischungen.... Und doch rühren nicht einmal Tiere Tiere derselben Art an" und wiederlegt dann diese Vorwürfe ausführlich (den zweiten in Kap. 35. 36.). In dem von Eusebius (Kirchengesch. V, 1) erhaltenen Briefe der Christen zu Lyon und Vienne werden dieselben Beschuldigungen erwähnt. Besonders ausführlich wird über das Thema verhandelt in dem Ootavius des Nil,nein« Felix (der Heide Cäcilius Kap. 9. 30). Vgl. auch Carl Semisch, Justin der Märtyrer, 2. Theil, Breslau 1842, S. 105—113, und Kvrtholt, He calumniis paganorum in veteres Christianos sparsis, c. 18, p. 157 st. (Kiel 1668). Wir schließen diese Erörterung mit dem beherzigenswerthen Ausspruche Tertullians (Apologeticwn, Kap. VII, Auf.): Dicimur seeleratissimi de saera» mento infantieidii et pabulo inde...; dicimur tarnen semper nee vos quod tamdiu dicimur euere curatis. Ergo aut eritue, si creditis, aut nolite credere pui non cruistis, (Evangelische Kirchenzeitung von Prof. D. Zöckler.) Anli-Püßring. Einige Briefe von D. Selver. Doppelte Buchführung in der Wissenschaft. II. In der That, es soll, wie Sie mit Recht wünschen, hier keine weitere Auseinandersetzung darüber folgen, inwiefern Er. Dühring bezüglich der Lehre Spinoza's selbst in seiner „Kritischen Geschichte der Philosophie" das Richtige getroffen *) Drachenblut ist das dunkel blutrote Harz der z. B. in Hinterindien heimischen Palme Os.lr1.mu3 vraoo (Willd.), ferner des kteroeai pu8 Draco (L.) in Westindien, der Üraeaenao vraeo (L.) u. s. w.

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