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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-09-01 · Heft 9 (1.9.1882) · p. Seite 206

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 9 (1.9.1882)
Date
1882-09-01
Page
Seite 206 (sequence 14)
Language
German
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206 Enthusiasmus und dieser opferwilligen Hingebung seiner Gläubigen doch etwas erzielen können. Faßte doch bereits Spinoza die Möglichkeit in's Auge, daß die Juden bei dieser günstigen Gelegenheit und der Veränderlichkeit der menschlichen Dinge, ihr Reich wieder aufrichten und von Gott wieder erwählt werden könnten. Allein Sabbatai Zewi hatte an dem Kitzel des Weihrauches Genüge, er dachte an nichts Großes, oder vielmehr er lebte des Wahnes, daß sich die Erwartungen von selbst durch ein Wunder erfüllen würden." (Gesch. 10 B. S. 229.) Aie Juden in Sicilien von Jsidoro La Lumia, aus dem Italienischen übersetzt von — d — k — Fortsetzung. Am 30. November 1469 feierte die Stadt Palermo, welche zur Seelsorge des Priesters Petrus gehörte, die Vermählung des Prinzen Ferdinand, des Sohnes und zukünftigen Nachfolgers Johanns, Königs von Sicilien und Aragonien, mit Jsabella, der Prinzessin von Asturien, der designirten Erbin von Castilien und Leon. Die Häuser waren mit Teppichen geschmückt, Glockengeläute ertönte, Leuchtfeuer und eine wunderbare Illumination verschönerten die Stadt. Unter anderem Schaugeprange zeigte sich, nach dem Berichte des Zeitgenossen Ranzani. eine prächtige Prozession, welche aus 400 Jünglingen bestand, aus den Hebräern der Stadt gewählt, die mit kostbaren seidenen Gewändern geschmückt, tanzend, Spiele und sonderbare Erdichtungen darstellend, der Schar der Christen folgten'). Nichtsdestoweniger wußten die armen Hebräer nicht, unter welchen Auspicien für sie man jene hohe Verbindung feierte. In Bezug auf das Land kann man sich leicht vorstellen, daß den officiellen Belustigungen außer der Sitte auch die allgemeine Empfindung entsprach. Die Ehe Ferdinand's und Jsabella's mußte, da sie so viele Teile der iberischen Halbinsel vereinigte, in der That das Fundament jener Monarchie der Spanier bilden, welche von da ab nach und nach in Europa überwiegen sollte. Nichtsdestoweniger waren die beiden Gatten ursprünglich nicht zu diesem hohen Geschick berufen. Ferdinand sah sich den Weg eröffnet durch den Tod des unmittelbaren Erben, Karl, Fürsten von Viana, welcher ein Sprößling aus der erstrn Ehe seines Vaters war, der ihn einkerkern *) Ranzani. De Auctore, Primordiis et Progresu felicis urbis Panormi, ms. der Communalhibliothek in Palermo. Op. 0 29. Eine italienische Übersetzung des genannten Stückes, ausgeführt von demselben Autor, welcher in seinem Manuscripte dem lateinischen Texte folgt, ist im Jahre 1864 in Palermo mit Hilfe des verdienten Bibliothekars, des Priesters Johann von Marzo, gedruckt worden.

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