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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-05-01 · Heft 5 (1.5.1882) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 5 (1.5.1882)
Date
1882-05-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
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119 welches er von Seite 254—266 behandelt eine Umarbeitung des hebräischen „Buch der Gottesfurcht" von Jona Gerondi ist, welcher um 1235 blühte und an welchen auch ein Plagiat in hebräischer Sprache begangen wurde, indem es als „Buch des ewigen Lebens" in Krakau 1595 gedruckt wurde. (Vergl. Beiträge zur Kenntnis der jüdisch-deutschen Literatur S. 14—29). Was nun das Kapitel der Bibelübersetzungen anlangt, so verweisen >vir den Verfasser, der die Übersetzungen von Jekutiel Blitz und Joseph Witzenhausen behandelt, auf das „veutsob Esrim wearba" von Chajim ben Nathan (1674), sowie auf das alte gereimte „Schmul Buch" und „Melochim-Buch" wie auf das „Hammagid" betitelte Buch, in welchem die Propheten und Hagiographen mit dem Conunentare Raschi's in jüdisch-deutscher Sprache enthalten sind. (Erste Ausgabe Prag 1675 auch in Wilhelmsdorf nachgedruckt.) Der Verfasser behandelt auch das im Volksmunde unter dem Namen „Deutsch-Chumesch" bekannt gewesene Buch „Z'ena ur’eitet", welches im achtzehnten Jahrhunderte in keiner jüdischen Familie fehlte und welches den Frauen in Israel einen unendlichen Schatz von Wissen und Bildung bot, durch welchen sie im Stande waren Einblick zu nehmen in die glänzende Vergangenheit und so über die trostlose Gegenwart hinweg und hinaus in eine glanzvolle Zukunft ihr Geistesauge zu richten, die sie erhofften und zum Teil auch erreichten. Freilich ist das deutsche wie das hebräische Obumssc-b dabei zu kurz gekommen und bald zu den Toten geworfen worden. Auch der jüdisch-deutsche Commentar des Mose Alschich zum ersten Buche Moses, gedruckt in Karlsruhe, gewidmet den regierenden Fürsten Carl Friedrich, dürfte dem Verfasser bei seinen Studien reiche Ausbeute gewähren. Was nun das Kapitel der Gebetbücher anlangt, so ist ein Werk „Maane Laschan" und Löb Binswangers „Tikune Moadim" zu beachten, wo merkwürdiger Weise der erste Teil später gedruckt wurde als der zweite. Und neben Michel Epstein's Gebetbuch wären noch andere zu erwähnen, so z. B. Gebete für den Versöhnungstag, welck>e in Zolkiev erschienen sind. Zu den Geschichtsbüchern wie „Josippon" und „Scheerith Jisrael" ist noch zu erwähnen eine gereimte biblische Geschichte, die nur bis zu Ende des Richterbuches geht (Fürth 1639) unter dem Titel „Kehillath Jaakob", Alexander Etthausens „Beth Jisrael", welches jüdische Geschichte behandelt und 1719 zu Offenbach erschien und Reisebeschreibungen „wie der heilige Brief von Joseph dem Schreiber". Was nun die Glossare anlangt, so ist neben dem hebräisch-deutschen Wörterbuche, genannt ,Zeter sobel 11. Anschel" < Krakau 1552) noch „Obinoob Katan" von Israel ben Abraham zu erwähnen, sowie das vom Referenten nach einer Handschrift edirte jüdisch-deutsch hebräische Glossar aus dem Jahre 1556 von Jehuda b. Benjamin Deckingen, auch Leva Rockhausen genannt, dem auch zwei jüdisch-deutsche Beschreiungsformeln aus demselben handschriftlichen Codex beigegeben sind. (Vergleiche Beiträge u. s. w. S. 3—19.) Ganz unerwähnt läßt der Verfasser den interressanten „Zuchtspiegel" von Seligmann Ulma, der obgleich er 1678 in Prag, 1680, 1691 zu Frankfurt a. M. und 1716 zu Offenbach gedruckt wurde, sehr selten geworden ist, (Vergleiche Beiträge u. s. w. „Einzelne Sprüche aus dem Zuchtspiegel" Seite 29—33) und das reichhaltige Spruchbuch „Jjun Jizchack". Daß die jüdisch-deutsche Literatur auch Piecen medicinischen Inhalts besitzt, scheint dent Verfasser unbekannt zu sein. Dieselben sind freilich äußerst selten; ich erwähne das allen Bibliographen unbekannte „berümte bichlein befiel

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