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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-03-01 · Heft 3 (1.3.1882) · p. Seite 69

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 3 (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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69 finden sich in den zu diesem Zwecke abgefaßten Lehrbüchern, wenige Ausnahmen abgerechnet, zumeist metaphysische Auslassungen, die eher von der Religion den Geist ablenken, als daß sie Herz und Gemüt für dieselbe erwärmen. Man fängt endlich nach langem unsicheren Hin- und Hertasten an, den Religionsunterricht von der Metaphysik und Allem zu sehr in's Abstraete Gehenden zu emancipiren und demselben eine positive historische Basis zu verleihen. Der Gottes- und Unsterblichkeitsglaube, der leider einem großen Teile der Heranwachsenden Jugend abhanden gekommen, läßt sich eben nicht durch philosophische Auseinandersetzungen wieder zmückerobern, sondern nur durch Veredlung und Verinnerlichung des Gemütes, in welchem diese trostreichen Heilesgedanken ihre Wurzel haben. Wir begrüßen darum obbenanntes Buch aus der Feder eines gelehrten Rabbiners mit Freude, das sowohl, was Reichtum und Auswahl des Stoffes als auch Art der Behandlung desselben anlangt, durch große Vorzüge sich auszeichnet und nicht mit anderen Büchern ähnlichen Inhalts so leicht nach kurzem Dasein als unbrauchbar der Vergessenheit anheimfallen wird. Hochmuths Buch eignet sich für die reifere Jugend in Mittelschulen ebenso wie für jüdische Lehramtskandidaten, die hier durch Anmerkungen vielfache Anregung zum Selbstudium erlangen und ihr Wissen, bevor sie beruflich auftreten, genügend abrunden können. Auch Laien, denen der Segen eines gründlichen wissenschaftlichen Religionsunterrichtes nicht zu Teil geworden, oder die ihre in der Schule erworbenen Kenntnisse im Leben festhalten wollen, werden durch öftere Zuhandname dieses Buches nur gewinnen, wie es auch Nichtjuden, die das Judentum nur von Hörensagen kennen und oft nur ein durch Vorurteil und falsche Auffassung enstelltes Bild von demselben in sich tragen zum richtigen Verständnis desselben, das oft sehr not thut, leiten kann. Besonders betont der Verfasser dieses Buches die jüdische Ethik, die in ihrer ganzen Reinheit und Erhabenheit in Anlehnung an Maimonides und andere Religionsphilosophen hervortritt, und finden hier tüchtige Lehrer reichen Stoff, den sie zur Belebung beim Unterrichte gut verwerten können. Auch das Gebetbuch, das sonst in Religionsbüchern mit Stillschweigen übergangen zu werden pflegt, findet hier eine ausfiihrliche Besprechung, was schon aus dem Gesichtspunkte, daß in den Gebeten mehr das allgeinein Menschliche als das national Jüdische zu Ausdruck kommt, nur von Nutzen für die Heranwachsende Jugend sein kann. Auch macht der Unfftand, daß die schönsten Sprüche aus der Bibel und dem Talmud in der Ursprache mit Quellenangabe abgedruckt sind, das Buch um so wertvoller, indem es bei den: Unterrichte in der hebräischen Sprache, für den ja im Allgemeinen gewöhnlich nur sehr geringe Zeit ausgesetzt ist, verwendet werden kann. Bei einer neuen Auflage, die wir diesem schön ausgestatteten Buche wünschen, mögen auch einige Druckfehler im hebräischen Texte, die sich S, 171 177 178 eingeschlichen haben, beseitigt werden. Dem diesjährigen Jahresberichte des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau geht voran eine wissenschaftliche Arbeit von Dr. B. Zuckermann „Materialien zur Entwicklung der altjüdischen Zeitrechnung im Talmud." Der Bericht selbst wird erstattet von dem Vorsitzenden des Lehrercollegiums Herrn Prof. Grätz. Der Preis über das Thema „Raschi und seine Stellung in der Geschichte der hebräischen Sprachforschung" wurde Herrn Dr. Kronberg zuerkannt. Das Seminar zählt gegenwärtig nur 25 Hörer und ist diese geringe Frequenz

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