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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-02-01 · Heft 2 (1.2.1882) · p. Seite 44

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 2 (1.2.1882)
Date
1882-02-01
Page
Seite 44 (sequence 20)
Language
German
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44 Wortlaut vorführen. Der Leser möge die eigentümliche Art von doppelter Buchführung der Dühringischen Wissenschaft beurteilen und je nach Befunde verurteilen. Es sei mir aber noch Einiges zu bemerken gestattet. Ich würde mich in keiner Weise bemüßigt finden, mit diesen bereits vor Monaten gemachten Wahrnehmungen Dühringischer Gewissenhaftigkeit oder, um es gleich richtiger zu bezeichnen, Gewissenlosigkeit im Gebrauch literarischer Waffen nachträglich an die Oessentlichkeit zu treten. Sie waren für mich nur Symptome einer sich bereits vollzogenen unheilvollen Krisis bei Dühring und ein Beispiel dafür, wohin solche titanischen Stürmer und Dränger zuletzt gelangen müssen. Aber das Dühringische Buch passirte die Kritik, ohne daß 'Dühring erkannt worden. Und doch hatte Dühring in diesen« Buche das Aeußcrste gewagt, was einen Autor discreditiren und bloßstellen mußte. Die Lektüre dieses Buches eröffnet besonders denen, die auch sonst den Schriften und Intentionen seines Autors einige Aufmerksamkeit zuwandten, eine Perspective auf den gelinde gesagt, gänzlich unphilosophischen Hintergrund des Philosophen Dühring, dessen „Gesinnuichsphilosophie" nach seiner Meinung, in der zweiten von ihm bereits theoretisch eingeleiteten und als „Aera ohne Gott" signalisirten Weltperivde an die Stelle aller Religionen, welche mit einem edlern Menschentum schlechthin unverträglich sein sollen, treten wird. Es kann aber das, was der Leser dieses Buches über den Urheber desselben wahrninimt nur von der Art sein, daß jeder, dem wirklich edles Menschentum am Herzen liegt, seine Fortpflanzung und Verbreitung nicht wünschen wird. Und schon aus diesem Gesichtspunkte darf eine Beleuchtung dieses Buches, die auch auf den Urheber derselben einiges Licht zurückwirft, nicht unterbleiben. Aber auch in kritischer Beziehung, namentlich auf Seite der Abwehr ist eine moralische Erkenntnis Dührings, wie sie aus der Wahrnehmung jener doppelten Buchführung, die dieser Autor in so bedenklichem Sinne in die Wissenschaft einführen will, gewonnen wird, nicht gleichgiltig. Gibt sie der Kritik das Maß für die sachliche Wahrheit der Dühringischen Aufstellungen und Ausführungen an die Hand, so ist sie andererseits der Hebel, die Insinuationen und Verleumdungen in den Schooß dessen zurückfallen zu lassen, wo sie für uns ausgebrütet wurden. Zum wenigsten aber wird ihre öffentliche Kundgebung auch den antisemitischen Anhängern Dührings, sowie dem Uebersetzer seines fraglichen Buches ins Rumänische, der aus leicht ersichtlichen Gründen den Autor als die erste wissenschaftliche und philosophische Capacität Deutschlands den Rumänen vorführte die Ueberzeugung wach bringen, wie diejenigen, welche nach ihrer Meinung unter der Wucht von Bannsprüchen aus dem Munde dieses angeblichen Hohenpriesters der Wissenschaft zusammen brechen müssen, kaum irgend welchen moralischen Druck von jener Seite verspüren. Nicht minder dürften die Herren von der „Deutschen Landeszeitung", die beim Erscheinen dieses Buches aufjubelten und es als eine „Rüstkammer der edelsten Waffen im Kampfe für die gute Sache der Antisemiten" ihren Genossen anpriesen, aus dieser unserer Kennzeichnung entnehmen daß auch diese angebliche Rüstkammer, wenn vielleicht giftigere, so doch keineswegs edlere Waffen aufzuweisen hat, als ihrer Böswilligkeit und Parteiwut ohne dies zu Gebote stehen dürften. Es sind die alten Waffen des alten Parteihasses und der Lüge, wenn auch teilweise mit neuem Schaft versehen. Aber nicht nur die edlere Qualität der Dühringischen Waffen, sondern auch die Neuheit und Schärfe ihrer Schneide steht in Frage. Auch ein Dühring kann nur mit

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