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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-02-01 · Heft 2 (1.2.1882) · p. Seite 42

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 2 (1.2.1882)
Date
1882-02-01
Page
Seite 42 (sequence 18)
Language
German
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42 gelang; denn er hatte eine Sammlung von 7000 Bänden Druckwerken und 1000 Handschriften zusammengebracht. Die Oxforder Bibliothek, die Bodleyana, kaufte im Jahre 1829 die Oppenheim'sche Büchersammlung zu deni Spottpreis von 9000 Thlr. an. A nli-Pühring. Einige Briefe von D. Selver. I. Doppelte Buchführung in der Wissenschaft. Im ersten Jahrgange Nr. 2 Ihrer geschützten Mountsblätter, von deren Erscheinen ich leider erst in aller letzter Zeit Kenntnis gewonnen, ist deni Buche des Dr. E. Dühring*) eine Besprechung zu Teil geworden. Nun ist zwar im Zusammenhänge derselben jener wichtige Punkt, der in ideeller und wissenschaftlicher Richtung die Unzulänglichkeit des l)r. Dnhring zur Beurteilung des Judentums erkennen läßt, sichtbar gemacht, so wie durch t>ie _ gewählte Ueberschrift jenes Aufsatzes die weitern Conseguenzen der Dühringischen Judenfrage besonders treffend signalisirt worden sind. Dagegen sei mir in Ihrer geschätzten Monatsschrift Raum gegönnet, für die weitere Erkenntnis dieses Buches eine Beleuchtung zu schaffen, die mir besonders in einer Richtung erforderlich scheint, wo alle bisherige Kritik des fraglichen Buches, so kritisch sie auch gegen den Standpunkt des Verfassers und gegen die „weltgeschichtlichen Antworten", die er von diesem seinem individualistisch beschränkten Standpunkte aus auf Religions- Sitten- und Culturfragen geben zu können vermeint, sich verhalten hat, doch den eigentlichen Charakter der literarischen Tat oder richtiger Untat, welche Dr. Diihring mit diesem Buche verübte, vor den Augen des weitern Publikums unaufgedeckt gelassen. Wem auch nicht entgangen — und es gehört sicherlich ein hoher Grad Naivität dazu, nicht wahrzunehmen, wie Dr. Dühring trotz des Scheines strenger Wissenschaftlichkeit doch nur dem seines persönlichen „Ressentiments", dessen Motive er anderweitig deutlich genug erkennen ließ, in der Darstellung seiner Judenfrage folgte, auf welchem Niveau von Autorentum Dühring sich gerade mit diesem Buche befindet, dementging doch leicht das Schlimmste. Man kann es geradezu dahin kennzeichnen, Dr. E. Dühring hat sich durch keine seiner Publikationen in so grawirender Weise moralisch bloßgestellt, wie es in diesem Buche über die Judenfrage geschehen ist. Es ist fast als eine Ironie des Schicksals anzusehen, wenn man bedenkt, daß Dühring den Schwerpunkt aller Bedeutung der Philosophie in die Fortpflanzung von „Gesinnung" und den „Motiven edlerer Menschlichkeit" verlegt und sich als „Gesinnungsphilosoph" in die Literatur einzuführen sucht. Zwar hat für Denjenigen, der von den letztjährigen Veröffentlichungen Dührings Kenntnis zu nehmen Gelegenheit hatte, das hier in Frage stehende Buch in manchen Stücken wenig oder gar nichts Ueberraschendes aufzuweisen. „Das Wutknirschen des Verfassers", das Professor R. Fr. Grau in diesem *) Die Judensrage als Racen-, Sitten- und Cultursrage. Mit einer wcltgeichichtlichen Antwort. Bon l>r. E. Dühring, Karlsruhe und Leipzig t881. (Die Briefe des Herrn Selver hierüber sind bereits vor Atonalen eingegangen und durch die erneuten Auslassungen Tühring's jetzt besonders zeitgemäß. Red.)

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