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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-01-01 · Heft 1 (1.1.1882) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 1 (1.1.1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 ist religiöse Pflicht eines jeden Mitglieds, und Gott und seine herrliche Schöpfung sollen Gegenstand häufigen Gespräches unter den Brüdern sein. Wucher ist verpönt, ebenso Handel mit Spirituosen. Außerdem werden noch einige allgemeine religiöse Grundsätze als Norm für die Brüder aufgestellt. Die Secte nennt sich „geistig-biblische Ebräer-Bruderschaft". Diese Bruderschaft erklärt und erfaßt die Bibel geistig und stellt als Hauptsache Selbstveredlung und Selbstaufklärung hin. Der Stiftungstag dieser Bruderschaft, der 2. Januar wird als Festtag gehalten, nebst deni werden nur noch die Sabbate gefeiert, während sonst alle biblischen Festtage abgeschafft sind. Die Eheschließung geschieht durch Meldung bei der Brüderschaft, und die Ehescheidung wird durch Sanktion von 10 Brüdern vollzogen. Dagegen wird das nationale Bundeszeichen aus hygienischen Rücksichten beibehalten. Die Secte scheint aus Oposition gegen das die Gemüter leer lassende talmudische Judentum, den Religionsmaterialismus einerseits, wie gegen den weit um sich greifenden, alle Begriffe von Recht und Moral verwirrenden Religionsnihilismus anderseits, entstanden zu sein. Diese Secte hat allem Anscheine nach keine geistig schaffende Triebkraft in ihrer Mitte, die aus bewußten Gründen bewußte Ziele verfolgt. Es wäre sehr nöthig auch angesichts der sonstigen traurigen Zustände in Rußland, dorthin nicht nur Geld zu schicken, sondern auch dafür zu sorgen, daß durch hiefür geeignete Männer den Glaubensgenossen die Religion und Geschichte des Judentums näher, gebracht werde, um dem Schaden vorzubeugen den Unbildung, Aber- und Überglaube sowie nihilistischer Unglaube anrichten, zu begegnen. Geistige Fehler lassen sich nur durch geistige Mittel beheben. Hol'edo. Ach, wie liegst du so einsam, die einst so mächtig sich zeigte, Siebenhüglige Stadt, eifernd mit Romas Bezirk! Toledo, wie bist du gefallen von strahlender Höhe — Grau und geborsten dein Bild, hohläugig grinsend dein Blick! Einst eine Stätte von Geistern, die Alfons der Weise vereinte — Heute ein bettelndes Weib, mühselig schleichend den Pfad. Hast deine Stimme erhoben und seine ^oncile gefeiert, Heut bist du schüchtern und still, schauest mit Wehmuth die Welt. Denkest jenes schwarzen Gerichts unter Bangen und Zagen, Jenes Glaubensgerichts, das tzuemaäero! nur schreit. Trefflich hast du erstickt jede Meinung im Rauche der Flammen, Hast dich geweidet am Schmerz, war es ja Gottes Gebot! — Jakobs Zelte sind leer und verhallt sind die Lieder von Zion, Über dem grauen Gestein schwebet ein klagender Ton 'Iransito') spricht es nur weinend, daß schön sind die Wohnungen Gottes, Ode, Jerusalem gleich, hüllest dich krampfhaft in Gram; Hast die Gefährtin nicht weit, man nennt sie Adam Ja Bianca, Zitternd harret sie stumm, ob der Erlöser nicht kommt? *) Diese Synagoge, von Samuel Levi, dem Schatzmeister Don Pedros, 1366 erbaut, zeigt unter anderen hebräischen Inschriften noch die des Psalms 84.

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