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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-01-01 · Heft 1 (1.1.1882) · p. Seite 24

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 1 (1.1.1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Auch Santiago del Arrabal1) stöhnt, ihres Schicksales gedenkend, Ferrers Mund sprach hier: Glaubet, sonst winkt euch der Tod! Bist du nun glücklich Toledo, da deinen Heilegen du folgtest? Neben den Kirchen, gestehe, s^hst du Ruinen allein! Ia, eurer Brüder vergossenes Blut, auf schrie es zum Himmel Und Fluch folgte der Hand, die zu dem Morde sich hob. Noch an den Enkeln wird sichtbar der Väter Vergehen und Frevel, Bis sie sühnen die Schuld, wie sie dem Zeitgeist entspricht. Sühnen die Schuld durch Freiheit und Bildung und Werke der Liebe — Und was verbrochen der Wahn heilet ein menschlicher Sinn! Toledo, October 1881. Dr. Levin. ') Ferrers Gestalt in Holz geschnitzt ist hier noch aus der Kanzel aufgestellt, um an seine hier gehaltenen Missionsreden, welchen die Wassertaufen folgten, zu erinnern. Personalien und Mitteilungen. Am 26. Oktober v. I. verstarb zu Golc Jenikau in Böhmen im Alter von 87 Jahren der als Talmudist berühmte Aron Kornfeld, der mehr als ein halbes Jahrhundert in seiner Vaterstadt einen Kreis von Schülern um sich geschaart, die er in das Studium des Talmud und in den tief ethischen Gehalt des Judentums einführte. Kornfeld, der hervorragendste Talmudist Böhmens, zeichnete sich durch große Fachgelehrsamkeit und durch Gesinnnngsadel ans. Durch ihn wurde Jenikau zur berühmten Talmud-Hochschule Böhmens deren Jünger in den verschiedensten Berufskreisen segensreich wirken. Bei seinem am 80. Oktober stattgehabten Begräbnisse — der Verstorbene war nicht Rabbiner sondern Kaufmann — beteiligten sich nebst den Bewohnern des Ortes, Abgesandte von Nah und Ferne. Auch die christliche Geistlichkeit gab ihm das letzte Geleite. Sein Andenken bleibt zum Segen. (Wien). Am 24. Oktober beging Herr Leopold Ritter v. Wertheimstein, eine in Wien sehr angesehene Persönlichkeit, seinen achtzigsten Geburtstag unter Beteiligung hochangesehener Kreise der Wiener Bevölkerung. Der Jubilar ist schon in der vormärzlichen Zeit für die Gleichberechtigung seiner Glaubensgenossen wacker eingetreten und wurde auch als sich die Wiener Cultnsgemeinde eoustituiren durfte, zu ihrem ersten Präsidenten erwählt. Vierzig Jahre waltete er seines Amtes mit Liebe und Hingebung und sind die meisten humanitären Institute der isr. Gemeinde durch seine Anregung und unter seiner Mitwirkung ins Leben gerufen worden. Namens der israelitischen Cultusgemeinde überreichte ihm der derzeitige Präsident des Vorstandes, Herr Dr. Kurauda eine prächtig ausgestattete Beglückwünschungsadresse. Inhalt: Unsere Aufgabe. Von Rabbiner Guttmann in Hohenems. — Ans dem Leben der Inden in Arabien Von Dr. A. Stein in Prag. — Geschichtsbilder. Voll Dr. M. H Friedlünder. — Semitisches und Antisemitisches aus Oesterreich-Ungarn. Von Rabbiner Dr. David in Preßburg. - Eine neue jüdische Seete in Rußland. Toledo. Von Dr. Levin. — Personalien und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein) sämmtlich in Frankfurt am Main.

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