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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1882-01-01 · Heft 1 (1.1.1882) · p. Seite 8

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 1 (1.1.1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 angebracht sind. Das Kopfhaar wird ganz abgeschoren, der Bart bleibt wie er wächst und gilt für eine Zierde. Die Sandalen sinb durch Riemen, die zwischen den Fußzehen herlaufen, am Beine festgebunden. Auf Reisen trägt jeder eine Decke von Schaf- oder Ziegenfell mit, die je nachdem es warm oder kalt ist, mit der rauhen Seite nach innen oder nach außen umgeworfen wird. Die Juden unterscheiden sich aber durch ihre äußere Erscheinung und Kleidung von den Moslemen. So will es teils ihr eigner, religiöser Brauch, teils aber Gehässigkeit gegen sie. Ihr Kopf ist nicht glatt geschoren, sondern zeigt eine Reihe oft tief herabhängender Locken. Sie haben ein viereckiges, aus dickem Wollstoff verfertigtes Obergewand, mit den vier gesetzlichen Troddeln, das außer beim Gottesdienste uitb" feierlichen Aufzügen zusammengerollt über der Schulter liegt. Ihre Kleider dürfen nur von dunkler, nieist schwarzer Farbe sein. Die Vorsteher und Würdenträger dürfen an ihrem schwarzen Turban eine blaue Kokkarde tragen. Die Männer dürfen keine Hosen tragen, nur den Frauen ist dieses Kleidungsstück gestattet, es reicht ihnen bis über die Kniee und an den Säumen bringen sie allen ihren Putz au, Bänder in allen Farben, Stickereien, Treffen und Franzen von Silber und Gold, sogar Edelsteine. Die Männer haben um die große Zehe einen eisernen Ring, der, im zartesten Alter angelegt, fest in's Fleisch wächst. Sie sehen darin ein Mittel, das Stärke und Ausdauer gewähren soll. Betten kennt nian in Arabien nicht, Teppiche und Thierfelle auf den Boden gelegt, unter dem Kopfe etwas erhöht, machen das Lager aus. Nachdem vor dem Schlafengehen die Kleider abgelegt sind, steckt man den Leib in einen Sack, der über dem Kopfe zugeschnürt wird, zum Schutze gegen Insekten. Werfen wir nun einen Blick auf die Juden insbesondere. Die Juden Arabiens sind der großen Mehrzahl nach Ureinwohner des Landes. Wenn die Bibel uns Jsmael und Jsak als Söhne Abrahams vorführt, so will das für den Geschichtsforscher nichts anderes sagen, als daß er hier zwei Volksstämme vor sich habe, die im Nationalcharakter einander gleich, nur in der Religion von einander verschieden sind. Wenn im Verlaufe der Jahrhunderte die Hauptmasse der Juden sich um ihren religiösen Schwerpunkt in Palästina concentrirt, so schließt das nicht aus, daß einzelne Stammesgenossen in dem benachbarten Arabien ansässig bleiben. Das nationale Gepräge der Araber und Juden in Körperbau, Gesichtszttgen, Sitten und Sprache zeigt in den ältesten Zeiten gar keinen Unterschied. Die Midianiten, die während der Richterperiode so oft in Palästina eindringen und Menschenalter hindurch sich darin festsetzen, sind Araber. Dasselbe gilt von den Edomiten. Unter dem Könige Salomo gestaltet sich ein freundlicher Verkehr zwischen Palästina und Arabien, sonst wäre es ihm nicht niöglich gewesen, an der Nordküste Arabiens den Hafen Ezjon Geber ,zu besitzen, von welchem aus auch der König Josaphat seine Schiffe nach Ofir auslaufen läßt. Wenn der Prophet Jesaja Jerusalem damit tröstet, ihre Söhne würden aus Scheba und Ke dar kommen, Geld mitbringen und Gottes Lob verkünden, so haben wir jene Landschaften in Arabien zu suchen. Auch in der Maccabäerperiode sind Araber und Juden bald Verbündete, bald im Kampfe mit einander. Hirkan hat in seiner Thronstreitigkeit gegen seinen Bruder Aristobul arabische Bundesgenossen. Er zieht sich nach Arabien zurück, als er später von Her ödes sich verdrängt sieht. Dieser macht mehrere Eroberungszüge nach Arabien. Mehrere Fürsten seines Hauses sind mit arabischen Fürsten verschwägert.

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