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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-12-01 · Heft 12 (1.12.1881) · p. Seite 291

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 12 (1.12.1881)
Date
1881-12-01
Page
Seite 291 (sequence 19)
Language
German
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21)1 Gegenstand, wovon er keine sichere Kenntnis haben könne, vielmehr finde er es billig, daß nian es als ein verdienstliches Streben betrachte, wenn er, so weit seine menschlichen Kräfte reichen, bemüht sei, neue Wahrheiten zu entdecken und fest zu begründen. Auf ähnliche Weise sagen wir, der Mensch dürfte sich nicht mit einem unreifen Nachdenken an diesen wichtigen, ehrfurchtgebietenden Gegenstand wagen, nicht eher ihn einer Betrachtung unterziehen, bevor er sich nicht in Wissenschaften und Kenntnissen geübt, seine Sitten stark geläutert und seine von d er Einbildungskraft erregten Lüste und Begierden vernichtet habe. Ist er dann zu mehreren wohldurchdachten, nnbcstreitbaren Voraussetzungen gelangt, kennt er die verschiedenen Mittel den Täuschungen zu entgehen, welchen der Verstand ausgesetzt ist, so kanu er zwar, so vorbereitet, zur Untersuchung von beiderlei Gegenständen schreiten, er darf aber dann nicht auf ein oberflächliches Nachdenken hin aburtheilen, auch seine Gedanken nicht zügellos sogleich auf die Erkenntnis Gottes richten, vielmehr muß er eine gewisse Zurückhaltung beobachten, langsam und stufenweise vorschreiten. Darauf deutet der Vers: „Moses verbarg sein Antlitz, da er fürchtete, zu Gott hiuzuschaueu, das heißt, das strahlende Himmelslicht mit menschlichen Sinnen wahrzunehmen." „Das höchste Wesen," fuhr er fort, „ist unserem Philosophen ein unbewegtes, deilnoch aber das All, die Sphären ivie die niedere Welt lenkendes und bewegendes Wesen, das bewegende Unbewegte, weil Bewegung Veränderlichkeit voraussetze, Veränderlichkeit aber sei ein Mangel, der bei der höchsten Vollkommenheit nicht gedacht werden dürfe. Aus der höchsten Vollkommenheit erfließe ferner nur Gutes. Aus der Höhe ströme nicht das Böse. Dieses liege nur im Stofflichen und in unserer unvollkommenen Anlage. Sehr eingehend behandelt er sodann die Prophetie, er nennt sie (11,86) einen der Gottheit entströmenden Ausfluß, welcher vermittelst des thätigen Weltgeistes zunächst über die Vernunft und hierauf auf die Einbildungskraft sich ergießt. Dies ist die höchste Rangesstufe für den Menschen, der Grenzpunkt der Vollkommenheit, dahin der Sterbliche zu gelangen vermag. Es ist der äußerste Grad der Vollendung der menschlichen Phantasie." — „Der Führer der Perirrten" uw Maimnnis letztes großes Werk, welches ihm zahlreiche neue Verehrer, lvie heftige Gegner erweckte. In den letzten Lebensjahren war seine Gesundheit durch anhaltendes Denken und Arbeiten angegriffen, und er beschränkte sich auf die amtliche und ärztliche Thätigkeit, die ihn, besonders die letztere, vollauf beschäftigte. Dazu kam sein ausgedehnter wissenschaftlicher Briefwechsel und die sehr sorgfältige Erziehung seines Sohnes Abulmeni Abraham, der das Ebenbild seines frommen, edlen und gesinnungsstarken Vaters werden und dessen Aemter und Würden erben sollte. Er bemühte sich, seinen milden Sinn in alle Falten des kindlichen Herzens unverwischlich zu prägen. Einst kam der Knabe bitterlich weinend von der Schule nach Hause und klagte, daß einige muthwillige Kinder schon mehrere Tage ihn abpaßten, ihn stießen und schlügen und Jude schimpften. „Da hast du einen Denar," sagte besänftigend der Vater. „Der kann mir keine Abhülfe verschaffen," seufzte der Knabe. „Doch mein Kind, mache es wie der jüdische Minister des granadischen Königs Habus. Unweit des königlichen Palastes," erzählte der Vater, „wohnte ein muhamedanischer Geivürzhändler, der von Neid und Haß gegen den Minister 24*

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