Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1881)
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 247 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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247 „Bekennen" übersetzt, sagt R. Berachia; es heiße: dankbar sein. Lea habe ihren Dank gegen Gott ausgesprochen, weil sie mit Juda mehr als ein Viertel der 12 Stammväter geboren. Diese zweierlei Erklärungen finden wir auch zum Ps. 62. die eine Erklärung ist: als Kain dem bestürzten Vater mitgetheilt, er habe sein Verbrechen bekannt und dadurch Verzeihung gefunden: rief Adam freudig aus: ist also so groß die Kraft des Bekenntnisses, und ich wußte es nicht: „o, wie schön ist's, zu bekennen dem Ewigen, deinen Namen zu preisen, Allerhöchster!" Die andere Erklärung sagt: als nach der Sünde Adams den Sabbath für Adam gebetet, daß er vom Gehinnom errettet ward; da wollte Adam einen Hymnus auf den Sabbath anstimmen. Der Sabbath aber sagte zu Adam: statt, daß du auf mich einen Hymnus singst, wollen wir Beide auf Gott einen Hymnus anstimmen! „Psalm, Lied, vom Sabbathtage (angestimmt): Schön ist's, zu danken dem Ewigen, deinen Namen zu preisen, Allerhöchster!" Der letztere Midrasch will also ausdrücklich dem Worte hnudu seine eigentliche Bedeutung wiedergeben: denn es war nun bereits das Bewußtsein allgemein geworden im Volke: das Judenthum, auch nach untergegangener staatlicher Selbständigkeit, hat eine welthistorische, menschheitliche Aufgabe zu erfüllen, welche weit über die Schranken der Nationalität hinausgeht. Immerhin sind die bezüglichen Übersetzungen bei den 70, bei Aqulia, Symmachos und Theodotion, sowie die betreffenden Midraschstellen Zeugniß, welchen Werth man darauf gelegt, diese Erkenntniß im Volke zu verbreiten. Di-. F ü r st. Rabbiner. ' Literarische Wittßeikungen. (Petersburg.) Russisch-jüdische Presse. Seit dem Jahre 1860 werden in Rußland niehrere Versuche gemacht, jüdische Organe in der Landessprache zu gründen. Das erste Blatt, Razswiet (Morgenröthe) betitelt, erschien wöchentlich 1860—61 in Odessa; der Herausgeber war Osip (Joseph) Rabbinowitsch. Als Fortsetzung dieses Blattes kann das Sion (Aon) betrachtet werden, das ebendaselbst unter der Leitung der Di r. Soloweitschik und Pinsler in den Jahren 1861 1862 erschien. Finn's russische Beilage zum Hakarmel erschien in Wilna 1861—1866 sehr unregelmäßig. 1866—67 erschien in Petersburg eine Sammlung von Aufsätzen zur jüdischen Geschichte und Literatur, Sbornik genannt, wovon aber nur zwei Hefte erschienen. 1866 bis 1871 gab S. Ornstein ein Wochenblatt in Odessa heraus unter dem Titel Dien (Tag). Die Herausgeber des Hameliz A. Zederbaum und Goldenblum, verlegten in den Jahren 1871—1873 ein Wochenblatt in Petersburg, Wiestnik russkije jewrejew (der Bote für russische Juden). 1871—1880 erschienen 8 Bünde von einer Saminlung verschiedener Aufsätze, betitelt Jewrejskaja Biblioteka (hebr. Bibliothek); der Herausgeber war A. Landau. Seil dem Jahre 1877 gibt I. Gurland in Shitomir einen hebräisch-ruisischen Kalender heraus, wo auch manche kleine Aufsätze und Nachrichten über Juden und Judenthum Vorkommen. Seit 1879 erscheint in Petersburg ein Wochenblatt Razswiet ll, jetzt von Rosenfeld redigirt. Ein zweites, ebenfalls in Petersburg erscheinendes Wochesblatt heißt Rußki Jewrej (der russische Jude)