Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1881)
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 245 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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245 Der Warne „Jude" als Bezeichnung eines menschßeillichen, rrichl nationalen Begriffes. Wenn wir die verschiedenen älteren Übersetzungen der Bibel betrachten, wie die Übersetzung der 70 Dolmetscher, des Aquila, Symmachos, Theodotion, des Targum Jeruschalnii, so finden wir in demselben manche Stellen der Bibel häufig vom eigentlichen Wortsinne abgehend übersetzt. Und in den meisten Fällen liegt hier nicht „eine Unkenntnis; der Üebersetzer zum. Grunde; das beweist die oft vorkommende Üebereinstimmung der verschiedenen Üebersetzer in jener uneigentlichen Wiedergabe des Originals; ebenso beweisen dies die betreffenden Midraschim und Talmudstellen, welche uns einen Einblick gewähren in die Tendenz der abweichenden Wiedergabe. Wenn uns Midrasch, und Talmudaussprüche nicht auf die Gründe der uneigentlichen Wiedergabe des Originals leiten würden, wäre mau oft geneigt, dieselbe der ungenauen Sprachkenntuiß zuzuschreiben. Jene Stellen aber zeigen uns, daß die Übersetzer, obwohl die eigentliche Bedeutung der Stellen kennend, dennoch anders übersetzten, um eine Lehre daran zu knüpfen. Als Beispiel sei die Üebersetzung des Wortes „baudu“ l danken) gewählt. Jedem ist ja das oft vorkommende Wort bekannt „haudu ladonai“ „danket dem Herrn." Nichts desto weniger geben es die 70, Aquila, Theodotion und Symmachos, von welchem Letzteren Hieronymus abhängig ist, durch das Wort „bekennen:" „bekennet dem Ewigen, denn er ist gütig." Und in mehr als 70 Stellen der Bibel wird das Wort durchgehends nur mit „bekennen" übersetzt, welche Bedeutung es zwar auch manchmal hat. So wird die Stelle 1. B. Moses 29, 35, wo Lea nach der Geburt ihres vierten Sohnes sagt: „diesmal danke ich dem Herrn" von den 70 wiedergegeben init den Worten diesmal bekenne ich vor dem Ewigen, darum nannte sie seinen Namen Juda. Ja selbst das Hauptwort band (Herrlichkeit, Majestät), welches von ganz anderem Stamme ist, als jenes Zeitwort, wird darnach in der Übersetzung geändert. So übersetzen die 70 und Hieronymus Ps. 96, 6, nicht, wie erforderlich: „Majestät und Herrlichkeit ist vor ihm," sondern: „Bekenntniß und Herrlichkeit ist vor ihm;" Ps 104, 1, statt: „in Majestät und Herrlichkeit bist du gekleidet" mit: „in Bekenntniß und Herrlichkeit bist du gekleidet;" Ps. 148, 13: wird dort statt: „Seine Herrlichkeit ist über Erde und Himmel" übersetzt: „Sein Bekenntniß ist über Erde und Himmel." Man sieht, es ist Absicht und Tendenz in der Wiedergabe dieser Wörter. In den wenigen Stellen, wo das hebr. Wort wirklich die Bedeutung von „bekennen" hat, wird es mit einem dem deutschen Ausdrucke „gestehen" entsprechenden Worte wiedergegeben. — Man wollte also, indem man das Wort mit „bekennen" übersetzte, ihm auch die Bedeutung geben: „sich zu Jemanden bekennen, ihm huldigen." Das wird in Bereschith l-abba zu 1. B. M. 29, 35, deutlich gesagt: „Weil Lea den Stab des Bekennens ergriffen, entstammten ihr auch Männer des Bekenntnisses: Juda, welcher bekannte: sie ist unschuldig (1. B. 38, 26); David, welcher sprach: „bekennet dem Ewigen; denn er ist gütig:" Daniel; welcher sprach: (Dan. 2,23) „dir, Ewiger, Gott meiner Väter, bekenne ich." Der Vers 1. B. M. 49, 8, wird in Thanchuma dahin erklärt: „Weil