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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-10-01 · Heft 10 (1.10.1881) · p. Seite 232

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 10 (1.10.1881)
Date
1881-10-01
Page
Seite 232 (sequence 8)
Language
German
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232 Kinder Gottes genannt! In ihrer ganzen Segensfülle bewährt sich diese Liebe, wenn, es in eurem Thun sich bekundet, daß ihr dieses Namens würdig seid, wie es ja in der That auch heißt Kinder sollt ihr sein, dem Ewigen, Eurem Gotte. Welch' eine Liebe wurde Israel bewiesen, da es die Lehre der ewigen Wahrheit als ein herrlich Kleinod aus der Hand des Herrn erhielt. In ihrer Größe zeigt sich diese erst, wenn euer Wirken davon Zeugnis giebt, daß ihr dieses Kleinod als eure schönste Zierde und als euren herrlichsten Schmuck betrachtet. Wie es ja auch heißt: „Eine herrliche Gabe habe ich Euch verliehen, meine Lehre, verlasset sie nicht." Möge das Verständnis für seinen hohen, heiligen Beruf in Israel wieder Boden gewinnen, bessere Erkenntnis in seiner Mitte sich ausbreiten und darauf der wahre Friede sich gründen. Möge dieser Tag des Friedens und der Versöhnung, der uns vereinet, auch uns ein Tag der freundlichen Verständigung und Ännäherung werden, der Vereinigung Israels im Geiste der ewigen Wahrheit. Dann wird beseligender Friede in unserer Mitte weilen, stammend aus Recht und Wahrheit, führend zu den Zielen des Heiles und des Segens. Von außen wird verstummen der Haß und nach innen erklingen die Liebes Israel wird voranschreiten zu den Höhen des Lichtes und alle Menschheit wird sich geeint und verbrüdert fühlen in jenem Geiste, dem Geiste der Wahrheit und des Friedens, der aus Gott stammt und zu Gott führt. Waimonides. Historische Erzählung von I)r. M. Dessauer, Landesrabbiner von Sachsen-Meiningen. (Fortsetzung) Die Schwester hatte Recht; as er wieder hergestellt war und seine geistige Thätigkeit aufs Neue begann, drang sein Ruf bald auch in der neuen Heimath in die entferntesten Gemeinden. Seine Jünger, die ihren weisen Lehrer verehrten, ließen den Ruhni seines Namens weit und breit erklingen. So kain es, daß man sich ans Südarabien an Maimuni wandte, er möchte Rath und Trost den verzweifelnden Glaubensgenossen senden. In Jemen, wo ein reger Handelsverkehr mit den Nachbarländern bestand, lebten etwa dreitausend Juden, welche durch die Unduldsamkeit der Schiiten in eine ähnliche Zwangslage wie ihre Brüder in Afrika und Südspanien gerathen waren. Die Schiiten eiferten und kämpften gegen die andere muhamedanische Sekte, die Sunniten, und zwangen auch die Juden, ihr Bekenntniß anzunehmen. Ein jüdischer Abtrünniger vermehrte dort die Rathlosigkeit, indem er den Gemeinden predigte, Muhamed sei in der Thora vorherverkündet worden, und er könne durch Zeugnisse der heiligen Schrift beweisen, daß der Islam die neue Offenbarung sei, von Gott bestimmt, die jüdische Religion aufzuheben. Dazu trat noch ein Schwärmer auf, welcher vorgab und durch Zeichen und Wunder glauben machte, er sei der Vorläufer des Messias, der in kurzer Zeit erscheinen und die Juden von ihren schweren Bedrückungen und Leiden erlösen werde. Diese Verwirrung und die fieberhafte Gemüthsaufregung schilderte Jakob Alfajumi, der bedeutendste Talmudgelehrte daselbst, und bat Maimuni (1172), ein Ermahnungs- und Trost-

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